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Hömma, komm mal bei mich bei

Butter bei die Fische

Hier kann man Klartext reden. Egal was einem auf der Seele liegt, man kann darüber diskutieren. Hier kommt man direkt auf den Punkt und redet nicht um den heißen Brei herum.

Wichtig für alle User: Jede Meinung wird akzeptiert, nur man sollte fair sein und sich an den Ehrenkodex halten. Dies bedeutet keine rechtsradikalen Sprüche, Beleidigungen anderer User und persönliche Angriffe bzw. Drohungen.

Wer glaubt das Arbeitsamt gibt einem Arbeit, der glaubt auch daran, dass das Ordnungsamt bei dir daheim für Ordnung sorgt!

Butter bei die Fische Posted on Mo, Mai 03, 2021 23:49:33

Über die Erfahrungen mit dem Arbeitsamt zu schreiben, ist gleichfalls so, sich bewusst in Lebensgefahr zu begeben, wenn man eine Eisfläche mit dünnen Eis betritt.

Ich habe zu meinem Leidwesen seit der Insolvenz der TVE im Jahre 2005 desöfteren Kontakt mit den Mitarbeitern der Agentur für Arbeit gehabt. Sei es in Bottrop, sei es in Bochum. Meine Erfahrung ist durchwachsen, es gibt positive Erfahrungen, aber auch eine Menge negative Begegnungen. Manchmal halten sich die Leute für sehr wichtig, anderes Mal sieht man sie ratlos. Es ist wie im richtigen Leben, man begegnet Mitarbeitern, die behandeln dich als Bittsteller, andere aber wie einen richtigen Kunden. Das Ergebnis ist aber immer das Gleiche. Bisher habe ich vom Arbeitsamt noch keinen Job bekommen, alle meine Stellen habe ich mir selber gesucht. Teilweise waren deren Jobvorschläge ein Witz, weil ich mich genau bei diesen Stellen schon Wochen vorher beworben und Absagen erhalten habe. Wenn sie nicht mehr weiter wissen, stecken sie dich in einen Kurs, wie du richtig Bewerbungen schreiben lernst. Dieser Kurs dauert drei Tage, obwohl man das Pensum auch in zwei, wenn man sich beeilen würde, auch an einem Tag durchziehen könnte. Aber das will man nicht, denn alle Kursteilnehmer haben nämlich eines – viel Zeit. Schon allein beim Aufgalopp der „Mitschüler“ und deren Einstellung zur Zeit, eigenes Schulmaterial und Auftreten in diesem Kurs lässt die Menschen in drei Kategorien einteilen. Kategorie eins ist die Gruppe, die will. Sie gibt sich nicht mit dem jetzigen Status zufrieden, sondern sieht diesen Kurs als willkommende Auffrischung für Bewerbungen und Rechtschreibung. Sie sind pünktlich am Schulungsort, sie haben Schreibunterlagen dabei und sind vorbereitet. All das, was in der Einladung stand, haben sie mitgebracht. Alte Bewerbungsunterlagen, Bewerbungsfoto, Zeugnisse und Lebenslauf. Sie sind bereit, empfänglich für was Neuem. Sie haben sich darauf eingestellt, wie in einer richtigen Schule konzentriert zu lernen und den Anweisungen der Coaches zu folgen. Da ist es egal, ob der älteste Kursteilnehmer 63 Jahre alt ist und sich für seine letzten zwei Jahre bis zum wohlverdienten Ruhestand noch einmal auf die Schulbank setzt, um wieder up to Date zu sein. Ebenso in dieser Gruppe Kategorie Glückschwein. Der Mann hätte an diesem Tag einen Lottoschein ausfüllen sollen, denn mit Unterstützung der Coaches hatte er bereits am Nachmittag einen Termin zu einem Vorstellungsgespräches gehabt und bereits zum nächsten Ersten war er weg vom Arbeitsamt. Und alles nur, weil ihm die Coaches richtig zugehört haben. Jeder sprach Eingangs von seinen Stärken und seinen Schwächen und genau darauf wurde dann das weitere Programm aufgebaut. Für jeden individuell. Am Ende des Kurses bot man mir an, ich könnte noch fünf Monate weiter die Schule besuchen und zu meinen kaufmännischen Fähigkeiten noch Personalwesen hinzufügen. Den Antrag hierfür lehnte das Arbeitsamt ab…

Kategorie zwei in dieser Gruppe waren diejenigen, die eigentlich wollten, aber am Ende sich selber im Weg standen. Sie vergaßen ihre Bewerbungsunterlagen, hatten aber Stift und Papier dabei oder brachten die gewünschten Unterlagen mit, aber dann wieder unvollständig. Für sie waren diese zwei Tage eine Herausforderung, denn viele von Ihnen hatten verlernt, wie das mit den Pausenzeiten und den Schulstunden so ist. Unzufriedenheit machte sich in dieser Gruppe schnell breit, weil der Tag doch ach so lang war. Immerhin starteten wir um 8:00 Uhr morgens und Schulschluß war um 16:00 Uhr. Das sollte für einen Erwachsenen eigentlich keine Herausforderung sein. Es sei denn, man hatte sich dem Arbeitsmarkt zu lange entzogen, wie unsere Kameraden aus Kategorie drei, die nur kamen, weil sie mussten. Unvorbereitet, keine Unterlagen dabei und viel zu spät. An dem einen oder anderen verzweifelten die engagierten Coaches und ich denke für beide Parteien war es gut, dass der oder die mal vorgaben einen Termin zu haben und dann aus der Maßnahme verschwanden. Da die Coaches ein großes Herz hatten, ohne Strafe…

Nach dem ich von Seiten des Arbeitsamtes die Ablehnung erhielt, weiter an einer Fortbildung teilzunehmen, bekam ich Post und wurde in eine neue Gruppe gesteckt. Es war in etwa so, als würde man einen Gymnasiasten in die Sonderschule stecken. Nicht das ich hier den Eindruck erwecke, ich hätte was gegen Sonderschulen, ganz im Gegenteil, ich finde das dort von den Pädagogen eine hervorragende Arbeit geleistet und den Menschen die Chance gegeben wird, später ebenfalls eine Arbeit zu bekommen. Das sind meistens die freundlichen Wesen, die keiner sieht. Sie sind in den Küchen als Spülhilfe oder Küchenhilfe, sie machen die niedrigen Arbeiten und sind dabei stolz darauf, dass sie diese Jobs ausüben dürfen. Auch wenn es nur Schrauben sortieren oder Pappkartons falten ist, sie gehören zur produktiven Gesellschaft und spüren, dass sie gebraucht werden und wertvoll sind. Aber um meinen Vergleich mal begreiflich darzustellen, ein Überflieger mit einem hohen IQ wird gezwungen, eine Woche lang sich auf das niedrige Niveau zu begeben. Für ihn wäre es eine Bestrafung, genauso wie für den Lernbehinderten, wenn man ihn aus seinem sichereren Umfeld und dem kleinen Klassenverband herausreißen und ihn an ein Gymasium steckt. Beide tut man damit keinen Gefallen und genauso erging es mir. Aber ich bin kein Überflieger, während die anderen Kursteilnehmer bis auf zwei Ausnahmen auch nicht die hellsten Kerzen am Weihnachtsbaum waren. Von den zwanzig geladenen Teilnehmern kamen immerhin vierzehn zum vereinbarten Termin, einer wurde gleich wieder nach Hause geschickt, weil er seinen kleinen Sohn mitgebracht hatte. Ein Schweißer, der sein Leben lang für eine Firma gearbeitet hatte, bekam die betriebsbedingte Kündigung ein paar Jahre vor seiner Verrentung und da er schon ein gewisses Alter hatte, wurde der Facharbeiter mit vielen Schweißerscheinen und guter Ausbildung einfach in die Gruppe der hoffnungslosen Fälle gesteckt. Allein die Androhung, sich einmal in der Woche zum Bewerbung schreiben zu treffen sorgte bei mir schon für Unbehagen. Wie gesagt, drei Leute mit mir eingeschlossen, besassen eine abgeschlossene Berufsausbildung. Der Rest hatte den Anschluß an das Berufsleben bewusst oder schuldlos verloren. Es waren erschreckend viele junge Menschen unter diesen hoffnungslosen Fällen und was noch viel schlimmer war, sie hatten alle ein Migrationshintergrund. Da fiel mir im ersten Moment gleich der Vergleich ein, dass alle Türken Obsthändler, Autoverkäufer, Dönerbudenbesitzer oder von Beruf Sohn oder Neffe sind. Bei den Anwesenden traf dies leider nichts zu. Soviel zu den Vorurteilen. Wie bereits erwähnt, einmal in der Woche sollte es eine neue Zusammenkunft geben, in der man die Computerräume der Agentur für Arbeit nutzen konnte, um seine Bewerbung unter fachlicher Anleitung zu schreiben. Ich habe echt gestaunt, dass es noch die Menschen gibt, die weder Tablet, Dektop noch Notebook besitzen. Dafür aber das angesagteste Smartphone oder Iphone.

Der Kelch ging an mir aber vorrüber, weil ich es kurzfristig schaffte, bei einem Containerdienst anzufangen und auf Hinweis des Sachbearbeiters, konnte der Arbeitgeber dabei noch sparen, weil ein Teil meines Gehaltes vom Staat übernommen wurde. Leider hielt dieser Job nicht sehr lange, ein Freund aus alten SLV Tagen lief mir über den Weg und überzeugte mich davon, zu seiner Firma zu wechseln. Gesagt getan, nach nicht einmal 6 Wochen heuerte ich ebenfalls in Dortmund, nun allerdings bei einem Baustoffhändler mit siebzig ‚Fahrzeugen und achtzig Kraftfahrern an. Aber auch das ist Geschichte, denn ich habe zwischenzeitlich Burnout, so wie man es mir die Coaches in dem Kurs „richtig Bewerbungen schreiben“ prophezeit hatten. Mit 50 in der Dispo, da hat man was falsch gemacht…

Und die Arbeitsagentur? Sie ist froh, dass ich noch krankgeschrieben bin, denn Jobs hätte sie momentan eh keine und so falle ich wenigstens nicht in die Statistik. Nach dem ich all meine Unterlagen für das Arbeitslosengeld eingereicht hatte, kam der Hinweis, dass ich ja krankgeschrieben bin und Anspruch auf Krankengeld hätte. Erst wenn ich wieder gesund bin, sollte ich mich Arbeitssuchend melden, denn so tauche ich nicht mehr in die Statistik auf und schon war ich aus den Klauen des Arbeitsamtes, dass vorher mit Sanktionen drohte, wenn ich mich nicht ordnungsgemäß bewerben würde, wieder fallen gelassen.

Im Dezember 2005 wollte ich Umzugsbeihilfe bei der ARGE beantragen, weil ich im Februar 2006 von Bottrop nach Waldbreitbach umziehen wollte. Ich wollte wieder was eigenes haben, meine vier Wände um mich herum, keine Pendelei und auch keine Firmenwohnung, deswegen hatte ich extra einen Termin am 30.12.2005 gemacht und bin nach Bottrop gefahren. Aber da war nur ein rotznässiger Azubi am Schalter, der meinte, es wären keine Kollegen da und wenn ich einen Antrag auf Umzugsbeihilfe stellen wolle, dann hätte das Arbeitsamt mir den neuen Job vermitteln müssen. Dabei kippelte er hinter dem Schalter arrogant auf seinem Stuhl und ließ mich wie einen kleinen dummen Jungen, der beim Bonbons stehlen erwischt wurde, stehen. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte das Bürschchen über den Tresen gezogen. Aber das haben dann andere für mich gemacht, denn kaum draußen vor der Tür ließ ich Vitamin B spielen und der Azubi hatte am gleichen Nachmittag noch ein vier Augen Termin beim Amtsleiter. Der Umzug wurde dann übrigens doch vom Arbeitsamt bezahlt, aber das nur am Rande…

Schlimmer ist es, wenn die Sachbarbeiter der ARGE nicht zuhören können und Leute zu einem Vorstellungsgespräch einladen, die gar nicht den Anforderungen des Unternehmers entsprachen. Geschehen 2019, als wir mit mehren Leuten zu Dachser eingeladen wurden und dort alle möglichen Leute zusammenkamen, nur nicht dass, was Dachser suchte. Einen Speditionskaufmann für Stückgut. Ich war auch vor Ort und man sagte mir freundlich, aber bestimmt, ich wäre doch aus der falschen Branche und man hätte keine Verwendung für mich. Dies richtete ich dann auch den Sachbearbeiter aus, der mich daraufhin weiter an eine Kollegin vermittelte.

Manche Vermittlungsvorschläge, auf denen man sich unbedingt bewerben sollte, waren vom Bewerbungszeitraum bereits abgelaufen, bei 95 % der Stellen, auf die ich mich in den letzten Jahren auf Empfehlung der ARGE beworben haben, warte ich heute noch auf Antwort…

Also, ich bin dann immer noch ohne Job. Übrings mit 51 bekommt man dann vor dem Kopf geknallt, man ist zu alt. Sollte jemand ein warmes, trockenes Plätzchen für einen alten, zahnlosen Kater (so komme ich mir derzeit vor) frei haben, ich bringe 32 Jahre Berufserfahrung mit und vielleicht ist einer meiner Leser schneller mit ein Jobangebot, als die ARGE Bochum.



Schönen 1.Mai

Tagebuch Posted on Sa, Mai 01, 2021 15:19:53


„Einige Menschen bauen sich Netzwerke auf und andere gehen arbeiten“
In diesem Sinne möchte ich mich mit Ihnen vernetzen.
So begann ein Schriftwechsel bei XING und ich wurde daran erinnert, dass ich von 1992 bis 2010 die Beste berufliche Zeit meines Lebens hatte.

2005 mit der Insolvenz der TVE bekam meine Karriere die ersten Schrammen, aber trotzdem hat es mir damals nicht geschadet, beim Hegewald im Westerwald anzuheuern.

Rückblickend muss ich sagen, dass ich mir in meinen knapp 32 Jahren Berufserfahrung auch ein großes Netzwerk aufgebaut habe, mit dem ich viele Jahre erfolgreich arbeiten konnte. Vor allem zu Zeiten von TVE und Hegewald hatte ich mir ein Namen auf dem Speditionsmarkt gemacht. Mit der Heimkehr ins Ruhrgebiet war es vorbei mit dem Netzwerken. Es fing mit der Fehlentscheidung H&T an und setzte sich nahtlos mit den anderen Arbeitgebern fort. Es gab keine Position mehr, in der ich so handeln konnte, wie in den 18 Jahren zuvor. Spätestens nach zwei Jahren waren die Fesseln so eng, dass ich den Spaß an meinem Beruf verloren habe. Dann kam 2019 der Schlaganfall an meiner Mutter dazwischen, der mein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Mein damaliger Arbeitgeber räumte mir soviel Zeit ein und zeigte Verständnis für meine Situation und ich zahlte dies mit zusätzlichen Schichten am Samstag zurück. Dann kam Remondis, ich hatte die Pflege meiner Mutter übernommen und schon begannen die Probleme. Ich nahm das Jobangebote der Doga an, weil es Interessant war und viel Möglichkeiten aufzeigte. Am Ende hieß es, nur schauen und nicht anfassen. Mein Job war dem Betriebsrat ein Dorn im Auge und da kam es gerade recht, dass ich ihnen die Munition lieferte, mich zu erschiessen.. Der Betriebsrat von Doga zeigte kein Verständnis, dass ich nach einer Nacht mit Betten beziehen, Waschen und Windelnwechsel am nächsten Tag in meiner Pause eingeschlafen bin.
Spedition Sauerbaum später meinte, er könnte keinen gebrauchen, der pünktlich nach Hause geht. Pünktlich sah in diesem Fall so aus, dass ich morgens als einer der ersten kam und Abends länger blieb, weil mein Kollege zum Training musste. Eine pflegebedürftige Mutter war in deren Augen kein Grund für einen pünktlichen Feierabend. Beim Küchler passte alles, bis mir BLR ein Angebot machte, dass mir meine Freiheiten von 18 Jahre Dispo wieder gab. Erst nach dem Betriebsleiterwechsel im März 20 und den damit beginnenden Chaos hatte ich alle 81 Fahrer und 70 LKW am Hals. Feierabend manchmal erst nach 21 Uhr, Samstag, Sonntag in der Firma, bis ich schließlich im Mai zusammengebrochen bin. Seit diesem Zeitpunkt versuche ich wieder einen Job zu finden , in dem ich Familie und Arbeit unter einen Hut bringen kann. Und das mit 51. Aber mit diesem Alter braucht man dich nicht mehr, zählst zum alten Eisen und deine Erfahrungen sind auch nicht mehr gefragt. Das fördert sicherlich niemanden, der Depressionen hat und selbst eine schlechte Laune schiebt, wenn draußen die Sonne lacht.

Früher war ich der Steigbügelhalter für so manche Karriere, war der Seelentröster, den man jederzeit anrufen konnte und heute, wo es mir schlecht geht, gibt es keinen Menschen der mir zuhört. Der Schlaganfall meiner Mutter hat nicht nur unser beider Leben verändert, sondern auch verdammt einsam gemacht. Früher war unsere Hütte voller Freunde und Bekannte, heute stehe ich allein im Regen, niemand da, der einem den Regenschirm hält. Und das macht mich traurig, weil keine Veränderung in Sicht ist.



Frohe Ostern 2021

Uncategorised Posted on So, April 04, 2021 02:06:03

Frohe Ostern….🐣

Nee is klar, dat du die Nummer mit dem eierlegende Karnickel glaubst. Wie soll dat denn gehen, ein Rammler is doch kein Huhn. Und wer malt die Eier bunt an? Wenn ich beim Pölen wieder in die Mauer muss und der Mehmet meint er wäre Ronaldo und schießt aber wie mein Oppa, genau zwischen meine Beine, dann kann ich dir sagen, dass ich drei Wochen lang bunte Eier habe. Aber Mehmet schießt nicht auf Hühner, also wie werden die Eier bunt? Oder hast du schon mal ein Hase oder Huhn mit einem Malkasten auf dem Rasen gesehen? Siehste, wat ich sach, alles nur Märchen… Hömma, dat is aber am Ende kein Grund zum flennen. Machet dir doch selbst. Hilfsmittel bekommst du in der Apotheke oder Drogerie. Du haset inne Flossen, wie bunt dein Osterfest wird. Hauptsache du hast Spaß beim Dingsbums, äh beim Eiersuchen und deswegen wünsche ich aus dem Kohlenpott allen meinen Freunden, meinen Schalker Leidensgenossen, Bekannten, Weggefährten und Familie Frohe Ostern und viele dicke, äh ich meine bunte Eier. Bleibt gesund.



Die Schatten der Vergangenheit

Butter bei die Fische Posted on Fr, März 19, 2021 23:58:40

Die Schatten der Vergangenheit holen einen immer dann ein, wenn man am wenigsten damit rechnet. Seit Tagen und Monaten geistert ein Name durch die Gazetten, mit dem ich den Untergang meines früheren Arbeitgebers verbinde – Jo H.

Als großer Macher im Eishockey und als Investor für die neue Skihalle stellt er sich da, aber bisher hat er nichts als Luft abgeliefert. Vielleicht sollte ich mich ja ganz offiziell um einen Arbeitsplatz in der neuen Skihalle bewerben, denn durch seine Flausen im Kopf ist mein Arbeitsplatz verloren gegangen. Skihallenbau in Sasbachwalden, in Berlin, in Dubai! Was ist gekommen? Nischte! Nun sitzt der Typ in der Pressekonferenz und erzählt von seinem neuesten, größten Projekt und alle hängen an seinen Lippen. Durch sein sicheres und medienwirksames Auftreten wirkt er wie der Rattenfänger von Hameln – nur mit dem Unterschied das er nicht auf der Flöte spielt (kann er das überhaupt?). Er wirkt wie der nette Verkäufer, dem man einfach alles glaubt und alles abkaufen würde, auch wenn es man nicht braucht. Eines muss man ihm wirklich lassen – Verkaufen kann sich der Mann sehr gut!

Alle ehemaligen Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze durch die Insolvenz verloren gegangen sind, muss sein Auftritt wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen. Vielleicht tue ich ihm ja Unrecht, aber ich glaube erst an die Skihalle in Oberhausen, wenn das Ding eröffnet ist. Dann sollte ich vielleicht doch noch einmal bei Jo vorsprechen und ihn an meinen Arbeitsplatz erinnern und an das ganze Geld, was ich durch seine Ideen verloren habe. Ich rede hier von Abfindung, Kosten für das Pendeln zwischen Bottrop und Waldbreitbach, den Umzug und vieles mehr. Aber er wird sich sicherlich nicht an mich erinnern können, dass wir uns mal kannten und auch gut verstanden haben, er der gute Launebär, der dir Luftschlösser baut und du hängst an seinen Lippen und denkst nur, Mensch was für ein Macher. Er als ehemaliger Geschäftsführer der Fa. Fechner & Herden hat sie alle geblendet, mit seinen Investoren geworben, die nur Geld kosteten und keines brachten. Er zeigt sich heute lieber mit anderen Leuten, posiert im Trikot der Moskitos dessen Präsident er ist, stellt sich als großer Retter für Oberhausen da – aber wie nennen ihn einige Fans seines Vereins – er ist ein Schaumschläger.

Lieber Jo, siehe das als eine offzielle Bewerbung für deine neue Skihalle an. Aber ich will nicht so einen lausigen Posten, als Schneefeger oder Skischuhputzer, sondern einen Job, der mit meinen ehemaligen zu vergleichen ist. Also mindestens in der Verwaltung mit ein paar Leuten unter mir. Wenn Du willst, gebe ich Dir auch die Anschriften von den ehemaligen Kollegen – ich denke Du bist es uns schuldig, an alle zu denken, denn wir wollen doch alle nach sieben Jahren gemeinsam an der Realisierung deines Traumes mitarbeiten – oder ist es doch wieder nur ein Luftschloß …?



Rückblick 04.11.2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:44:47

Eine Woche Urlaub sind schnell vorbei, vor allem dann, wenn man sich so viel vorgenommen hatte wie ich. Montag Zahnarzt, Dienstag Stadion, dazwischen noch Autos in die Werkstatt bringen und noch ein paar andere Dinge, die man so vor sich her geschoben hat, erledigen. Ja und ab Montag habe ich ja dann meinen Lehrgang.

Montag der Zahnarzttermin: Ich habe seit Wochen schreckliche Zahnschmerzen, alle Zähne tun weh und ich kann nur mit Schmerztabletten und Kühlung die Tage überstehen. 14 Tage habe ich auf meinen Termin gewartet und dann als ich auf dem Behandlungsstuhl saß und dem Arzt von meinen Problemen erzählte, meinte er, wir machen zur Sicherheit mal eine Röntgenaufnahme und dann sehen wir weiter. Sein Verdacht: Kiefernebenhöhlenentzündung.

Also Bild gemacht, wieder auf den Stuhl zurück und siehe da, Verdacht bestätigt. Die Entzündung hatte sich allerdings schon soweit zurückgebildet, dass ich nicht mehr zum HNO muss. Ansonsten konnte der Arzt nix für mich tun. Er wollte zwar mir den letzten Weisheitszahn ziehen, aber ich wollte nicht. Solange das Dinge kein Ärger macht, bleibt er drinnen.

Ich hatte mir über Internet bei ATU Winterreifen für meinen Wagen bestellt. Diese wurden bereits am letzten Samstag ausgeliefert, aber ATU hat sich nicht gerückt und gerührt. Erst als ich nachgefragt habe, bestätigte man mir den Eingang der Reifen und bot mir einen Termin für den 20. November an. Damit war ich aber überhaupt nicht einverstanden und nach zähem Ringen bekam ich schließlich einen Termin für den 02.11.2012. Da ich gleich zwei Autos (meinen und den von meiner Mutter) angemeldet hatte, bekam ich einen Termin für 8:30 und einen zwischen 9 und 10. Das war eigentlich völlig gegen meine Planung, wollte ich doch beide Fahrzeuge gleichzeitig bringen und dann vor Ort darauf warten. Aber daraus wurde ja dann nischt.

Gut, Dienstagabend dann ins Stadion. Mäßiges Spiel gesehen, Essen war gut wie immer, allerdings die Auswahl haute einen diesmal nicht vom Hocker. Aber egal, es war unter der Woche und die meisten waren eh nur nach einer Kleinigkeit aus. Und wann bekomme ich schon mal die Gelegenheit so tolle Karten zu haben. Danke Chef!

Mittwoch habe ich dann meine Kollegen mit Fischbrötchen und Berliner verwöhnt. Süßes, sonst gibt es Saures. Dabei erfuhr ich so nebenbei, dass mein Lehrgang erst am Dienstag beginnt. Und ich Trottel wäre am Montag schon nach Wuppertal gefahren. Tja, manchmal bin ich halt meiner Zeit voraus.

Freitag dann ATU-Time. Erst meinen Wagen abgegeben. Auf meine Nachfrage, wenn ich denn damit rechnen könne, den Kleinen wiederzubekommen, meinte man gegen 19:00. Wenn es früher wird, würde man sich melden. Okay, wieder zu meiner Mutter losgelaufen. 1,5 km sind eigentlich keine Entfernung, da habe ich früher drüber gelacht, aber früher ist nicht mehr heute. Ich stehe wieder am Anfang, dort, wo ich eigentlich nie mehr hinwollte. Auto zwei geholt, abgegeben, auf meine Nachfrage, wenn Auto 2 fertig ist – gleiche Antwort: 19:00.

Also wieder zurückgelaufen, eingekauft und dann den Urlaubstag irgendwie verbummelt. Gegen 15:00 rief ATU bei meiner Mutter an, ihr Wagen sei fertig. Okay, gleich meine Frage: Und was ist mit meinem? Der war angeblich noch nicht dran gewesen. Also wartete ich bis 16:00, machte mich dann auf den Weg um wenigstens das Auto meiner Mutter mit seinen Winterreifen abzuholen und mal zu schauen, was denn meiner so macht. Mich hat ja fast der Schlag getroffen: Der Wagen war seit 14:00 fertig.

An der Kasse das nächste Chaos. Eine lange Schlange, eine Mitarbeiterin die ihre Freundlichkeit daheim vergessen hatte und jede Menge genervte Kunden. Als ich an der Reihe war und mein Abholschein abgab, bluffte mich die Frau an: Sie holen 2 Autos ab? Das klang so, als wäre das verboten. Klar, erwiderte ich, legte mein Bonusheft hin und sie knurrte: Jetzt muss ich die Rechnung neu schreiben. Das hätten sie vorher hinterlegen müssen. Meine Antwort darauf: Es wollte ja keiner sehen. Die Schlange hinter mir wurde immer länger und deren Laune nicht besser. Ich hatte inzwischen auch einen dicken Hals. Beim bezahlen legte ich meine ATU-Card und meine EC-Karte hin. Es geht nur mit einer Karte, darauf die Frau.

Wieso? Letztes Mal ging es auch mit beiden, meine Antwort. Daraufhin die Frau: Da stand ich auch nicht an der Kasse. Also wenn sich noch einmal jemand über uns wegen Unfreundlichkeit beschweren sollte, den schick ich gerne zu ATU. Also dat ging gar nicht. Was kann ich dafür, dass die Frau schon seit einer Stunde Feierabend hatte.

Autoschlüssel genommen, ersten Wagen weggebracht, Mutter eingesammelt, ihr Auto geholt. Warum ich denn so Agro wäre ihre Frage.

Frag nicht, war nur meine Antwort.

Haben Sie Samstag Wetten dass…? gesehen? Tim der mit einem Pömpel einen Mini weggezogen hat und alles nur mit seinen Bauch – starke Leistung. Nachts Eintrag von dem Junior von meinem Kumpel bei Facebook: Mein Vater hat die Autoschlüssel und den Pömpel versteckt, damit ich bei Langeweile keine Dummheiten mache. Der kennt seinen zwölfjährigen Sohn sehr genau, schoss es mir beim Lesen durch den Kopf.

Ach ja: Tim hat sich bei Facebook (ob gewollt oder nicht) eine Seite erstellen lassen. Da sind ein paar Fotos von der Show dabei und bei so manchen Kommentar denke ich schon, dass neben einigen pubertären Mädels, die nun vor Herzklopfen bei Anblick des dreizehnjährigen nicht mehr pennen können, auch einige Pädobären aus ihren Winterschlaf geholt worden sind. Da sind so manche anzuügliche Bemerkungen dabei, da wird man schon nachdenklich. Und wenn man dan bei demjenigen auch noch auf die Seite geht, sieht man in der Freundesliste nur Kinder und Jugendliche. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

In diesem Sinne, eine schöne Zeit bis zum nächsten Eintrag!



Rükblick 18.11.2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:44:04

Wenn Sie am Donnerstag um 6:23 auch das leichte Erdbeben gespürt haben, dann machen Sie sich keine Sorgen, es ist nix passiert, dass Epizentrum lag in Bochum-Hamme in unserem Treppenhaus und der Auslöser war ich gewesen. Da ich grundsätzlich morgens und abends im Dunkeln durch das Treppenhaus laufe, habe ich zwar die Zeitung auf der drittletzten Stufe gesehen, allerdings nicht reagiert und bin ausgerutscht. Mit der Rechten am Handlauf festhaltend bin ich trotzdem drei Stufen abgegangen. Seit dem humpele ich durch die Gegend. Der Fuß geprellt, dass Sprunggelenk einwenig angeschlagen und einen schönen blauen Fleck am Rücken als Erinnerung an meinem rasanten Abgang. Es ist schön, wenn der Schmerz nachläßt und beim Treppensteigen spüre ich noch ganz schön meine Prellung, aber ich denke, bis nächste Woche, wenn die Weihnachtsmarktsaison eröffnet wird, ist es alles vergessen.

Davor muss ich noch einmal für drei Tage zum Lehrgang. Am Ende bescheinigt man mir dann die Befähigung, Abfallbeauftragter und auch Entsorgungsfachbetriebeveranwortlicher zu sein. In Deutschland braucht man für alles eine Bescheinigung, auch wenn man sich schon jahrelang mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Erst mit einer Urkunde in der Hand wird das untermauert, was man vorher schon jeden Tag gemacht hat.

Als ich heute morgen aus dem Bett gestiegen bin und diesen grauen Novembertag gesehen habe, entschied ich erst einmal ganz spontan, dass für mich ab heute die Zeit der Weihnachtsmusik angebrochen ist. Bereits seit Wochen bin ich dabei, meine CD auf MP3 umzuwandeln und dabei bin ich auf so manchen, längst vergessenen Schatz gestoßen. Also raus aus der Hülle und rein in den CD-Player. Egal, was die Leute denken, ich hatte einfach das Bedürfnis an diesem grauen, verregneten Tag nach einwenig festlicher Musik. In diesem Sinne, wünsche ich eine schöne Woche und hoffe mit dem unteren Blumenbild einwenig über diese grauen Novembertage hinweg zu helfen.



Rückblick 25.11.2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:42:52

Gestern haben wir die Weihnachtsmarktsaison eröffnet. Einen Monat vor dem Heiligen Abend zog es uns auf den Bochumer Weihnachtsmarkt.

Wie bereits in den letzten vier Jahren zieht die Bochumer Weihnacht mit ihrem fliegenden Weihnachtsmann Groß und Klein in ihren Bann. Dazu lockt dieses Jahr noch als Attraktion ein Holzriesenrad aus dem Jahr 1921. Ansonsten das übliche Programm, eine große Weihnachtspyramide auf dem Dr. Ruer-Platz, direkt an der Showbühne, jeden Menge Handwerker- und Süßigkeitbuden, die Glühweingasse und der mittelalterliche Markt locken ebenfalls mit ihren Angeboten. Neu in diesem Jahr: Bereits unmittelbar hinter dem Hauptbahnhof beginnt der Weihnachtsmarkt.

Besonders zu empfehlen ist die scharfe Feuerwurst am Dr. Ruer-Platz, sowie der Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge in der Höhe des Amtsgerichtes. Dort haben wir – meine Mutter und ich – uns einen langgehegten Weihnachtswunsch erfüllt und uns eine kleine Weihnachtspyramide gekauft. Nicht so eine billige, wie die aus Fernost, sondern was schönes, wo von man mehre Jahre etwas hat.

Das nächste Ziel ist der Adventsmarkt in Bottrop, dort findet bereits nächstes Wochenende der Weihnachtsmarkt statt, aber den laß ich dieses Jahr mal aus, denn wir haben an dem Samstag Weihnachtsfeier von der Firma und danach bin ich am Sonntag wahrscheinlich noch nicht in der Lage, wieder ein Fahrzeug zu führen.

Der Dezember bringt noch einiges: Weihnachtsfeier – wie erwähnt -, Gerichtverhandlung am 7.12 – obwohl ich erst daran glaub, wenn ich im Auto Richtung Linz sitze – und natürlich noch die streßigen Weihnachtseinkäufe. Gestern haben wir davon in der Stadt einen leichten Vorgeschmack bekommen …

Seit Freitag habe ich meinen Lehrgang bei der Proenvi abgeschlossen. Nun bescheinigt man mir, dass ich Betriebsbeauftrager für Abfall und auch Beauftragter für den Entsorgungsfachbetrieb werden kann. Es fehlt halt nur noch die Ernennung.

Der Lehrgang und die Dozenten kann man empfehlen, dass Ambiente im Schloß Lüntenbeck ist ebenfalls etwas besonders, nur die Parkplätze sind dort einwenig knapp. Das Essen, was dort serviert wird, ist hervorragend, auch wenn die Portionen einwenig klein geraten sind und so mancher Kursteilnehmer hinterher noch einen knurrenden Magen hatte, war es schon etwas besonderes.

Wer Lust hat, am 2. und 3. Advent findet im romantischen Schloß ein großer Weihnachtsmarkt statt. Die Anfahrt erfolgt von der A535 Ausfahrt Dornap, die Parkplätze sind direkt ausgeschildert. Wir konnten bereits die Aufbauarbeiten der ersten Stände auf dem Schloßgelände bewundern und ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich ein Besuch dort lohnt. Also wer noch nix vor hat, auf nach W’tal!

In diesem Sinne wünsche eine schöne Zeit.



Neuanfang 01.05.2014

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:41:46

Ab heute bin ich nicht mehr Kunde der Arbeitsagentur, sondern Mitarbeiter der S.L.V. GmbH. Ich kehre damit nach meiner unfreiwilligen Auszeit wieder ins Arbeitsleben zurück. Es ist ein Speditionsbetrieb in Lünen, mit dem ich schon viele Jahre zusammengearbeitet habe und nun dort auf neue Kollegen treffe, diefür mich gar nicht mehr so neu sind, denn sie waren in den letzten 22 Jahren bereits meine Wegbegleiter in der Speditions- und Abfallbranche. Ihre alten Arbeitgeber haben sich inzwischen auch umbenannt oder aufgelöst, sie bringen ihre jahrelange Erfahrung ins Unternehmen ein und ich freue mich darauf, mit Ihnen arbeiten zu dürfen. Ich hätte nie gedacht, dass wir eines Tages unter dem Dach eines Unternehmens zusammenarbeiten würden. Nun hatte ich seit meiner Vertragsunterzeichnung einen Monat Zeit mir mal keinen Kopf um Arbeitsamt, um Bewerbungen und Vermittlungvorschläge zu machen. Es ist eine Erleichterung endlich wieder einen Job zu haben und trotz meiner Ungeduld und Zweifel ging es dann doch recht schnell. Montag, 24.03. kam der Vermittlungsvorschlag, Donnerstag 27.03. war das Vorstellungsgespräch und am selben Tag auch gleich die Vertragsunterzeichnung. Nun hatte ich auch wieder Planungssicherheit, die uns in den letzten Wochen ein wenig abhanden gekommen ist. Also kann man wieder Eintrittskarten buchen, was ich sogleich auch getan habe. Ein Tag vor meinem vierundvierzigsten Wiegenfest gingen wir in den Mondpalast. Das neue Stück auf dem Programm: Othello, der Schwatte aus Datteln. Das war wirklich gut und da wir Wiederholungstäter sind, steht am 31. Mai Wilhelmstrasse für uns auf dem Spielplan.

Ich denke, mit dem Wechsel nach Lünen habe ich alles richtig gemacht und wenn es vernünftig läuft, dann ist das auch keine Zwischenlösung mehr, sondern eine langfristige Angelegenheit und kein Schleuderstuhl wie vorher in Dortmund. Die meisten meiner neuen Kollegen sind schon eine ganze Weile im Team, Disponenten scheiden dort meistens selber aus freien Stücken aus, gehen in Rente oder versterben leider. Wichtig für mich ist auch, dass endlich die Arbeit am Samstag aufhört. Keine Waage mehr zu bedienen, keine unnützen Öffnungen für ein paar Leute die ihren Müll entsorgen wollen, nur weil sie unter der Woche keine Zeit dafür haben. Meistens war nach so einer Samstagsschicht das Wochenende kaputt gewesen. Hier ist man wieder von der Samstagsarbeit abgekommen. Auch die Arbeitszeiten sind human. Nicht morgens um fünf, sechs Uhr beginnen, sondern um acht Uhr. Auch das kommt mir sehr entgegen, bin ich doch jemand, der Abends nur schlecht in die Federn kommt und morgens noch schlechter raus. Nun ja, das Thema Arbeitslosigkeit ist abgeharkt. Starten wir neu durch, back to the roots als Schüttgutdisponent, dass was ich insgesamt 18 Jahre lang bei der TVE und Hegewald sein durfte. Nicht mehr hin und her geschoben werden, um Lücken zu schließen, sondern einen festen Aufgabenbereich zu haben. Und der Vorteil ist, die Leute mit denen ich arbeiten darf, sind für mich keine Wundertüten mehr, auf die man sich besonders einstellen muss. Man kennt sich, man schätzt sich.

Als Arbeitsloser ist man so etwas wie ein Bittsteller. So kam ich mir jedenfalls vor, als ich damals beim Arbeitsamt mich erst arbeitssuchend und anschließend wegen Vermittlungsgespräche anstellen musste. Aber am Ende war ich nur dreimal vor Ort. Melden, Arbeitslosengeld beantragen, Vermittlungsgespräch. Ansonsten haben Sie mich in Ruhe gelassen. Ich habe einmal im Monat meine Vermittlungsvorschlag bekommen, auf den ich mich brav beworben habe. Insgesamt sind 30 Bewerbungen rausgegangen, davon gab es nur 13 Absagen, was bedeutet, dass 17 Arbeitgeber es nicht für nötig halten, sich zu melden. Sei es auf Onlinebewerbungen oder auf dem Postweg mit Bewerbungsmappe. Ein schlechter Stil, aber davon berichten schon die einschlägigen Portale. Viele Arbeitgeber wollen gar keine Mappen mehr, sondern bestehen auf Bewerbung in Portalen oder per Mail. Aber auch da verlangt der Anstand, dem Bewerber mitzuteilen, ob er nun genommen oder ungeeignet ist. Ich bin auch jeden Morgen zum Briefkasten gelaufen, in der Erwartung dort einen Bescheid zu erhalten. Nun ist das Thema durch, ich hoffe für eine sehr lange Zeit.

Lünen ist zwar gerade nicht um die Ecke, aber für das Arbeitsamt zumutbar. Okay, sie versüßen mir in den nächsten sechs Monate den Weg zur Arbeit mit einem Anteil an den Spritkosten. Das war von vornherein die Bedingung, denn als gebranntes Kind scheut man natürlich das Feuer. Damals, als ich nach Waldbreitbach ging, fehlte diese finanzielle Spritze und das habe ich gleich bei meinem ersten Gespräch kundgetan. Die Sachbearbeiterin erklärte mir, ich müsse dann einen Antrag stellen und würde bis zu sechs Monaten Geld bekommen. Das habe ich direkt nach der Vertragsunterzeichnung getan und siehe da, es funktioniert wirklich.

Es bleibt allerdings weiterhin auch ein fader Beigeschmack. Geht es dir gut, hast du Arbeit, hast du auch Freunde. Aber sobald es dir mies geht, schauen dich deine sogenannten Freunde nicht mehr mit dem Arsch an. Erst da merkst du, auf wen du zählen kannst und wer es nie ehrlich gemeint hat. Eine wichtige Erkenntnis für mein weiteres Leben. Übrigens mein ehemaligen Kollege Olaf und Roald sind solche Freunde, die sich wirklich einen Kopf gemacht haben und mir beistanden. Am Ende warne sie genauso erleichtert, wie ich als, es mit dem neuen Job geklappt hat. Danke dafür Jungs!

Ja, auch mein Vermieter stand mir bei und gab mir Tipps und hatte sogar Vordrucke für Mietbeihilfe parat. Aber das brauchte ich Gott sei Dank alles nicht. Meine Rücklagen reichten für die Auszeit aus, denn auf meine Kreditversicherung brauchte ich nicht zu hoffen. Ist schon ein Hammer, dass man diese Versicherungen mit abschließt, gegen Tod, Arbeitslosigkeit und Berufsunfähigkeit, aber dann entpuppen sie sich als unnötige Last. Sie sind wie ein Regenschirm, der man bei Sonnenschein mitschleppt, aber kaum fängt es an zu regnen, versage sie ihren Dienst.

Ich habe in der Zeit meiner Arbeitslosigkeit auch begriffen, warum das Fernsehen so Endlosserien ins Nachmittagsprogramm packt. Wenn man keinen Job hat und sich nicht zu beschäftigen weiß, dann kann so ein Tag verflucht lang werden. Aber ehrlich gesagt, ich hatte nie Langeweile, ich weiß immer mich zu beschäftigen. Allerdings die Serien habe ich natürlich bei meiner Mutter mit geschaut. Die hat auch keine Langeweile, denn wir wissen ja, Rentner haben nie Zeit, aber sie hat sich diese Zeit genommen. Ein wenig Spaß muss doch auch sein.

Ich habe mich auch in der Zeit meiner Arbeitslosigkeit nicht vor meiner Verantwortung gedrükt und die Projekte, die ich mit einer monatlichen Spende unterstütze weiterhin mit den üblichen Beträgen bedacht. Ein Versprechen habe ich zu dem gegenüber meinem niederländischen Freund und Eishockeyfreak Roald – er lebt für den Herner EV – eingelöst: Wenn ich wieder einen Job habe, spende ich 100 € für den neuen Verdichter in der Gysenberghalle, damit auch in Zukunft dort die Kinder Eislaufen können und der Verein weiterhin dort seine Spielstätte findet. Gesagt – getan.

Lebensfreude soll auch die Kirmes als Kulturgut vermitteln. Nur die Bochumer Osterkirmes ruft höchstens Frust hervor. Was ist nur aus dieser Veranstaltung geworden? Früher war der Kirmesplatz an der Castroper Strasse stets gut gefüllt, heute sind manche Dorffeste besser beschickt, als diese Kirmes. Dabei ist es auch das einzige Mal, dass eine Großkirmes zentral in Bochum stattfindet. Früher gab es noch die Ferienkirmes, die Herbstkirmes – alles abgeschafft. Kein Wunder das die Schausteller sich beklagen, dass ein Volksfeststerben eingesetzt hat. In Kirchhellen verschwand die Herbstkirmes, in Bottrop ist die einst so stolze große Kirmes durch den Umbau des Berliner Platzes und den Wegfall von Flächen auch arg geschrumpft. Mit dem gleichen Problem kämpft nun auch Oberhausen. Es konzentriert sich alles auf die großen Veranstaltungen in Hamburg, Oberhausen, Bremen, Recklinghausen, Soest, Stuttgart, München, Dortmund, Crange, Oldenburg. Der Rest verliert an Bedeutung und wird auch so stiefmütterlich von den Schaustellern behandelt. Großartige Attraktionen kriegen die kleinen Messen nur dann zu Gesicht, wenn keine vergleichbare Konkurrenz zu dieser Zeit stattfindet. Das ist schade, aber leider nicht zu ändern. Nach dem Zirkussterben erwischt es nun die Schausteller. Das ist der Lauf der Zeit.

Ich habe während meiner Auszeit natürlich auch Verwandtenbesuche gemacht, weil man dazu sonst keine Zeit hatte. War mal wieder schön, allerdings ist es schon erschreckend zu sehen, wie lange man nicht vor Ort gewesen ist. Kinder, die damals noch klein waren, sind nun entweder eingeschult oder bereits auf dem Weg zur weiterführenden Schule, stehen gar vorm Abschluss. Meine Mutter meinte, man müsste das öfters machen, denn man weiß nicht, wie oft man noch dazu die Gelegenheit bekommt. Stimmt, Ihre Schwester ist schon über siebzig, meine Mutter wird 64. Das ist heute kein Alter, aber wenn man die Zeitung mit den Todesanzeigen aufblättert, merkt man, dass die Einschläge immer näher kommen. Also wollen wir im Sommer noch einmal nach Breidenbach fahren. Geht ja jetzt, ich habe Planungssicherheit, denn ich brauche Samstags nicht mehr in die Firma.

Eine weitere Sache ist nach bald drei Jahren nun auch vorbei – der Kautionsstreit mit meinem ehemaligen Vermieter. Das Landgericht Koblenz hat die Berufung nicht zugelassen, weil der von der Gegenseite vorgelegte Mietvertrag Abweichungen zu meinem hatte – es fehlte meine Unterschrift. Daraufhin wurde der Gegenseite nahegelegt, die Berufung zurückzuziehen und das Urteil vom Amtsgericht Linz anzuerkennen. Das hat die Gegenseite mit Ablauf der Frist auch zähneknirschend gemacht und zwar mit der Begründung, es läge ein Fehler vom Vorbesitzer des Hauses vor. Tja, wollte man mich austricksen und ist selber reingefallen. Schadenfreude ist doch noch immer die schönste und ehrlichste Art, seine Zufriedenheit auszudrücken.

Mit dem heutigen Tag starten auch die Kindertriathleten wieder in Ihre Saison, unter ihnen auch Leon, der Sohn von meinem österreichischen Kumpel. Ich drücke ihm natürlich die Daumen, dass er diese Saison verletzungsfrei übersteht. Noch ein Kreuzbandriss muss nicht sein.

Ach ja Schadenfreude – da hat es die Bayern auch erwischt. Schalke schoss gegen Real wenigstens noch zwei Tore, aber Bayern versagte vor dem Kasten der Spanier gänzlich. Vielleicht haben sie alle einen Knacks bekommen, weil ihr großer Meister Hoeneß in den Knast wechselt. Erst verlieren sie in Augsburg, mühen sich gegen Hoffenheim zum Remis, lassen sich von Dortmund vorführen und erleben ihr Debakel gegen Real. Okay, sie haben bewiesen, dass sie doch Menschen und keine Roboter sind. Schön zu sehen, wie sie plötzlich doch verlieren können. Das macht ein wenig Hoffnung auf die neue Saison.

Zum Abschluss noch ein Blick zurück und in die Zukunft. Bei meinem Arbeitgeber im Westerwald stehen die Zeichen für viele Mitarbeiter auf Abschied. Zwei Kollegen werden in Zukunft in Stuttgart arbeiten, mein Nachfolger in der Dispo konnte leider nicht nach Baden-Württemberg wechseln, denn er hat in Bad Hönningen Eigenheim und ist ortsgebunden. Aus diesem Grund ist er leider auch entlassen worden. Es fehlt ihm die Flexibilität, denn ein Häuschen kann man nicht mal soeben in den Kofferraum packen und an einem neuen Wohnort wieder aufstellen. Das ist der Nachteil gegenüber den Kollegen. Allerdings bin ich mir sicher, dass er aufgrund sein langjährigen Erfahrung schnell wieder was finden wird. Auch im Westerwald werden Disponenten benötigt! Die beiden Büromitarbeiterinnen für die Buchhaltung und Sekretariat sind ebenfalls entlassen worden. Zurück bleibt mein ehemaliger Chef und meine treuer Fahrer Thomas, der weiterhin unter der Flagge seines alten Dienstherren fahren darf und das nun auch schon seit bald neun Jahren.

Ich wünsche auf diesem Weg den Leuten, die gehen mussten, viel Kraft und Glück, bei der Suche nach einem neuen Job und den beiden Kollegen – Wolle und Aggi, dass Sie schnell Fuß in der neuen Region fassen. Sie erleben nun den Kulturschock, den ich damals bekommen habe, als ich aus der Großstadt aufs Land wechselte. Für sie wird es sicherlich genauso sein. Raus aus dem beschaulichen Flammersfeld und Waldbreitbach, rein in die hektische, laute Großstadt Ludwigsburg. Dann werdet auch ihr endlich verstehen, von was ich immer gesprochen habe. Viel Glück euch allen und einen guten Start!

In diesem Sinne wünsche ich allen mein treuen Besuchern eine gute Zeit, bleiben oder werden Sie gesund.



Nikolaus 2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:40:41

Heute am Nikolaustag um 16:30 kam der Anruf aus der Anwaltskanzlei. Die für den morgigen Freitag angesetzte Verhandlung wurde vom Richter persönlich abgesetzt. Um 16:15 hat sich die Gegenseite zum wiederholten Mal krank gemeldet. Dieses Dreistigkeit hat selbst der Richter bisher noch nicht erlebt. Nun fühlt sich das Gericht – auf Deutsch gesagt – endgültig verarscht. Ein Amtsarzt wird nun bestellt, um sich ein Bild vom genauen Gesundheitszustand der Gegenseite machen zu können. Ein neuer Termin wurde bisher nicht angesetzt.

Einen schönen ersten Advent!

Gestern hatten wir unsere Weihnachtsfeier und einer meiner Kollege meinte, er würde ja heute dann auf meiner Seite davon lesen, wie schlecht es mir doch nach dem Abend erginge, ich würde über Kopfschmerzen und Übelkeit klagen. Gemach, gemach Herr Kollege, ich bin, obwohl von meiner Blutprobe die Polizei ihre nächstes Betriebsfest ausrichten könnte, fit. Schon seit morgens um sieben Uhr und das soll was heißen, denn ich komme Sonntags eigentlich nur schwer aus den Federn.

Fazit des gestrigen Abend: Es war keine Weihnachtsfeier, es war ein saugeile, megacoole X-mas-Party. Das Essen gut, die Getränke auch, die Stimmung super und wir haben so richtig abgerockt und aus dem Bottropbaer wurde ein Tanzbär aus dem russischen Staatszirkus mit roter Wichtelmütze. Jeder blamiert sich so gut er kann und ich habe meinen Teil dazubeigetragen. Auch meine Versuche unsere polnischen Fraktion mit Wodka unter den Tisch zu saufen, schlugen fehl. Irgendwie habe ich auch alles durcheinandergesoffen, Wodka, Kirschlikör, Cola-Rum und Unmengen von Bier. Aber unterm Strich, es war ein toller Abend mit tollen, coolen Kollegen und ich habe keinen schweren Kopf. Die Grundlage war ja mit dem guten Essen geschafft.

Ich habe in meinen Leben schon viele Weihnachtsfeiern begangen, aber hier bei der Mü-Go geht es richtig ab. Bei den anderen Arbeitgebern saß man einfach nur gemütlich beisamen und jeder schaute heimlich zur Uhr und suchte dann nach Ausreden, um sich schnell wieder zu verpissen. Aber hier war einfach anders, die Zeit verging wie im Flug und auch wenn so mancher über seinen Durst getrunken hatte, bleib alles friedlich, lustig und ausgelassen. Daumen hoch für den gestrigen Abend …

Übrigens: Die bei der Mü-Go verstehen nicht nur gute Arbeit zu verrichten, wir verstehen es auch zu feiern. Sei es beim Kirmesumzug oder auf der Weihnachtsfeier.

Nun beginnt also die Woche der Wahrheit. Findet der Gerichtstermin am Freitag statt, oder bleibt die Gegenseite krank. Ehrlich gesagt, bei Schnee und Eis habe ich auch keine Böcke nach Linz am Rhein zu fahren. Aber wie ich mein Glück kenne, wird das hohe Gericht am Tag nach Nikolaus tagen. Ich hoffe, mit einem guten Ausgang für mich.

In diesem Sinne wünsche ich einen schön ersten Adventssonntag und eine gute Woche.



Rückblick 16.12.2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:40:02

Seit dem Amoklauf von Newton und dem damit verbundenen Tod von 26 Menschen (ich klammere den Mörder bewußt aus) ist nichts mehr so wie vorher. Wir sind in der Vorweihnachtszeit, in der Zeit wo Kinder mit großen Augen vor den Spielzeugläden stehen, Wunschzettel schreiben und Weihnachtskalender plündern. In einer Zeit wo stetig gefragt wird, wie viel Mal noch schlafen bis Weihnachten und die Zeit einfach nicht vergehen will. Und dann kommt aus den USA diese schreckliche Nachricht und mit einem Mal tritt alles in den Hintergrund. Das Leben muss weitergehen, ja, aber Mord an unschuldigen Grundschulkindern läßt nur denjenigen kalt, der an der Stelle wo eigentlich ein Herz sein sollte, nur ein kalter Stein hat.

Ja, ich gebe es zu, auch ich habe mit Tränen in den Augen und geschockt die Nachrichten verfolgt. Dabei mir immer wieder die gleiche Frage nach dem Warum gestellt.

In einer Woche ist Weihnachten und in diesem Jahr werde viele Familie ohne ihre Kinder unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Kinder, die Opfer von Unfällen und sinnlosen Morden wurde und Kinder, die an schweren Krankheiten starben. Also ist Weihnachten nicht nur das Fest des Beschenken, der Freude, sondern auch der Erinnerung. Zünden wir in diesem Jahr alle eine Kerze für die toten Kinder dieser Welt an, denen es nicht vergönnt war, einen strahlenden Baum mit Geschenken darunter zu sehen. Gedenken wir Ihnen in einer stillen Minute in dieser lauten, hektischen Zeit.

Mir als Schalker Fan interessiert das Geschehen in den USA mehr, als das meine Knappen mal wieder verloren haben. Diese Millionäre, die dort unten auf dem Spielfeld stehen und lustlos ihrer Arbeit nachgehen, dürfte man eigentlich nicht mehr zujubeln. Stevens hat man entlassen, denn es ist einfacher den Trainer zu opfern, als die ganze Mannschaft vor die Tür zu setzen. Das wäre doch mal ein Novum, aber soetwas wird man wohl kaum erleben.

Mein Chef hat es damit unbewußt schon richtig gemacht: Er hat unsere Karten abgegeben und damit ein Zeichen gesetzt. Vielleicht sollten mehre Leute solch ein Zeichen setzen, denn wenn das Stadion leer bleibt, haben die Verantwortlichen endlich begriffen, dass Fankultur nicht nur aus VIP-Gästen, sondern auch aus dem einfachen Malocher besteht. Keiner von den Fans, die ihre letzten Cent für ihren Verein zusammenkratzen, wird jemals im Leben soviel Geld verdienen, wie diese lustlosen Millionäre, die statt Leistungen zu bringen, lieber darüber nachdenken, wo sie noch mehr Kohle abziehen können. Und die vermeidlichen echten Fans – die Ultras – verweigern ihrer Mannschaft die Unterstützung und verlangen, dass der Vorstand rausfliegt, während die anderen Fans dagegenhalten, dass die Ultra sich endlich verpissen sollen. Ein Schnitt geht durch die Fanseele der Schalker. Heißt es aber nicht in unserem Vereinslied – tausend Freunde, die zusammenstehen, dann wir Schalke niemals untergehen? Davon merkt man nichts, der gemeine Fan will ein gutes Spiel sehen, freut sich die ganze Woche darauf und wird von nicht nur von seiner Mannschaft enttäuscht, sondern auch von den Schicki-Micki-Fans, die bei jeder Gelegenheit pfeifen, denn für sie ist das Spiel und das Ergebnis zweitrangig, hauptsache das Essen war gut und man ist gesehen geworden. Und wenn die anderen Idioten pfeifen, dann mache ich das auch mal, weil es ja nicht falsch sein kann. Tut mir leid für die Modefans, dass nicht es gleich zu Beginn 5:0 stehen kann …

Ich gebe es ehrlich zu, ich kaufe Weihnachtsgeschenke lieber online und das habe ich auch in diesem Jahr wieder getan. Aber es gibt manche Dinge, die kauft man lieber vor Ort. So haben wir uns gestern ins Weihnachtsgetümmel gestürzt und sind in die Bochumer Innenstadt gefahren. Dort habe ich eine Kaffeemaschine gekauft, wo echt leckerer Kaffee mit siedenheißen Wasser gebrüht wird und der richtig geil schmeckt, besser als aus dem Vollautomaten und noch so ein paar Kleinigkeiten. Mit vollgepackten Taschen ging es dann noch einmal über den Weihnachtsmarkt. Während wir beim letzten Mal ein super Eindruck hatten, wurde dieser beim jetzigen Besuch arg getrübt. Vielleicht wird es für so manchen Beschicker Zeit, dass es langsam Weihnachten wird, denn der eine oder andere hatte eine Laune, da konnte selbst seine angepriesene Ware sauer werden.

Beispiel gefällig? Vor einem Käsewagen waren Häppchen zum Probieren ausgelegt. Meine Mutter nahm das Angebot an und wurde gleich angegiftet, nicht mit den Fingern den Käse zu nehmen. Wie denn bitte sonst, wenn keine Stäbchen auslagen? Hätte ich nicht so eine gute Kinderstube genossen, würde ich diese Olle über den Tresen ziehen. Also was für eine Art und Weise. Aber wer denkt, dass dies ein Einzelfall war, der sieht sich getäuscht. Am Bretzelstand am Landgericht bestellst du vier Teile, bekommst drei und bezahlst aber vier. Daheim merkst du erst, wie man dich über den Tisch gezogen hat. Ach ja, die Käsebude hatte ja noch drei weitere Stände und da diese die Einzigen sind, die den leckeren Rübenkäse führen, mussten wir noch einmal dahin. Gekauft, bezahlt, vom Verkäufer abgelenkt und wegen dem ganzen drumherum – Kleingeld wollte er haben, ich lege das Geld auf die Waage statt auf den Tresen, es gibt gemecker – vergessen wir den Käse. Der Typ sagt nix, erst als meine Mutter feststellt, wir haben den Käse nicht eingepackt und ich zurückgehe, liegt er noch auf den Tresen. Ich schätzte die Bande so ein, die hätten den noch einmal verkauft, hätten wir ihn vergessen. Statt uns darauf aufmerksam zu machen, hat er schweigend darüber hinweg gesehen. Saubrüder, die von der Käserei aus … Vergessen wir es!

Da kann ich nur meinen Kumpel Markus zu seiner Entscheidung beglückwünschen, Weihnachten mit dem Familien und Freunden in Oberwiesenthal zu verbringen. Sie brauchen sich nicht um das Essen kümmern, können den ganzen Tag mit den Kids auf der Piste verbringen und den ganzen Streß hinter sich lassen. Vor allem geht er auch so jeden Streitigkeiten aus dem Weg.

Apropos Streitigkeiten: Mein ehemaliger Vermieter meint, er habe Gutachten und Fotos, aber er wäre trotzallem bereit, sich auf einen Vergleich zu einigen. Ob ich das will, entscheidet sich in dne nächsten Tagen …

In diesem Sinne einen schönen dritten Advent und eine ruhige Woche.



Rückblick 23.12.2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:39:19

Eine hektische Woche mit einem versöhnlichen Abschluß liegt nun hinter mir. In den letzten Tagen ging noch einmal so richtig die Post ab. Allein der letzte Arbeitstag der Woche hatte es mal wieder besonders in sich – Weihnachten kommt für manche immer so plötzlich und unerwartet. Diesen Eindruck vermittelte so mancher endgeschädigte Anrufer, der mal eben kurz seinen Container abgeholt haben wollte, der ja erst seit drei Monaten bei ihm stand. Aber Weihnachten, da musste er plötzlich ganz dringend weg. Ganz schnell sogar. Manch einer hat uns Abends die Mailbox vollgequatscht hat und als wir ihn zurückrufen wollten, war er nicht erreichbar. Also konnte es doch nicht so wichtig, so eilig, gewesen sein. Auch die Kollegen ließen sich vom Streß, der von außen in unsere Firma getragen wurde, anstecken. Selbst Mitarbeiter, die man sehr selten austicken sieht, liefen mit einer Leidensmiene herum, die die Milch sauer werden ließ. Aber am Abend war alles vergessen und selbst diejenigen, die an diesem Samstag die Ehre zuteil wurde, Arbeiten zu dürfen, waren heute mittag bei einem Stück Torte und einem Brötchen auf der Hand wieder ausgeglichen, wieder gut drauf. Die Aussicht auf ein paar freie Tage zum entspannen und erholen, entschädigte für so manchen Knatsch und Streit. Am Ende hatten wir uns alle wieder lieb …

In den letzten Tagen habe ich sehr viel gegrübelt. Über den Sinn des Lebens – mal wieder. Mit dem Ergebnis, dass du dein Leben lang in einer Tretmühle steckst. Mindestens zehn Stunden am Tag bist du in der Firma, eine Stunde täglich verbringst du im Auto, der Rest geht für Haushalt, Freizeit und schlafen drauf. Dazu gesellte sich noch die Diskussion mit meinem Kollegen über den Teuro, denn das wir damals bei der Währungsunion über den Tisch gezogen wurden, bestreitet sicherlich heute keiner mehr. Oder hätten Sie damals für einen Roman 60,00 DM ausgegeben? Oder 40.000 DM für einen Corsa? Eher nicht. Noch immer rechne ich um, was sicherlich nicht falsch sein mag, auch im Jahre elf nach Euroeinführung zum 01.01. 2002.

Um gutes Geld verdienen zu können, um sich einen gewissen Lebensstandard leisten zu können, muss man einen guten Job haben. Dies setzt wiederrum eine gute Ausbildung voraus, die man nur dann erreichen kann, wenn man vorher ein grundsolide Schulbildung genossen hat. So stehen schon unsere Kinder unter Leistungsdruck, unter denen viele von ihnen zusammenbrechen. Freizeit, Freunde, Hobbys bleiben auf der Strecke, weil sie viel Zeit für ihre Zukunft investieren müssen. Lernen, lernen und nochmals lernen. Andere Kinder wiederum fliegt alles zu, sie sind ehrgeizig, nicht nur in der Schule, sondern auch im Sport und schaffen es, Schule und Freizeit unter einen Hut zu bekommen.

… und dann gibt es diejenigen, die dürfen gar nicht erst erwachsen werden. Wie viele Kinder sind in diesem Jahren durch Mörderhand gestorben. Da war der Mörder nicht ein Fremder, sondern die eigenen Eltern, der Lebensgefährte der Mutter und immer wieder stellt sich im nachhinein die Frage nach dem „Warum?“. Wieso löschen Familienväter ihre Familie aus, warum läßt eine Mutter zu, dass ihre zweijährige Tochter gequält wird? Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor?

Darauf gibt es keine Antwort und solange wir auch suchen, wir werden niemals das finden, was uns befriedigt, unsere Wut abkühlt. Wir sind fassungslos, wenn wieder eine dieser schrecklichen Nachrichten im Radio oder Fernsehen verlesen werden. Wo bleibt der Sinn des Lebens?

Frauen wollen keine Kinder mehr bekommen, weil dieses Land kinderfeindlich ist, sie haben Angst, wenn sie wieder arbeiten gehen, dass sie als Rabenmütter betitelt werden. Wenn man Kinder in die Welt setzt, kommt man näher an die Armutsgrenze. Gibt es nicht schon genug Menschen, die in Armut leben, genug Kinder, die in Armut aufwachsen? Immer mehr Menschen müssen sich von der Tafel ernähren, viele Kinder kommen morgens mit knurrenden Mägen in die Schule, bei manchen reicht es nicht mal mehr für vernünftige Kleidung und andere leben im Überfluß. Wer arm ist, dem ist der Weg meist schon vorgezeichnet, denn die dort oben wollen unter sich bleiben und sie legen dem von unten jeden Stein, jeden Kiesel in den Weg, damit der Aufstieg in ihre Liga so erschwerlich wie möglich ist. Kein Wunder, dass es immer mehr Generationen von Hartz IV gibt. Die Eltern leben es vor, viele sind gar nicht mehr in der Lage Ihren Tag zu strukturieren, Termine einzuhalten oder Abläufe zu planen. Ihr Leben wird teilweise vom Fernsehen bestimmt. Vom Hartz IV-TV bis zur Endlosserie. Und die Kinder bekommen das vorgelebt. Warum soll ich denn Leistung bringen, am Ende erreiche ich doch nichts mit meiner Anstrengung. Meine Eltern sind das beste Beispiel und schon sind wir wieder in diesem Kreis, der sich immer schneller zu drehen scheint. Ausbrechen schaffen nur wenige …

Den Sinn des Lebens werden wir nicht finden, jeder hat eine andere Meinung dazu und wird beim nachdenken zu einem anderem Ergebnis kommen. Die Schwerpunkte, die der einzelne für sein Leben setzt, sind so grundverschieden, wie wir Menschen selber.

Diese Gedanken begleiten mich meist zur Weihnachtszeit, dann, wenn die Spendenbriefe die Briefkästen füllen, Wohltätigkeitssendung auf allen Kanälen laufen und man nur die Zeitung nur aufschlagen braucht und von Paketaktionen und Geschenkbäumen für Kinder ließt. Aber es gibt Hoffnung, denn immer mehr Menschen beteidigen sich, denken an die Armen, an die schwächsten Mitglieder unser Gesellschaft. Ist das nicht der Geist von Weihnachten? Dem anderen zu helfen, etwas von seinem Besitz abzugeben, zu teilen?

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.



Heilig Abend 2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:38:30

Das letzte Türchen im Adventskalender geöffnet, unser neues Familienmitglied vom Bauernhof abgeholt, bereits für die Backröhre vorbereitet, die letzten Geschenke eingepackt – nun kann es Weihnachten werden. Noch einmal mit dem Staubsauger durch die Hütte, am Nachmittag die Sachen packen und dann ab in den Weihnachtstrubel.

Aber zu Weihnachten gehört neben Gänsebraten, Weihnachtsbaum, Stollen und Plätzchen genauso der kleine Lord, sowie Familie Becker’s „Alle Jahre wieder“ oder „Weihnachten bei den Hoppenstedts. So darf dann bei der ganzen Tradition auch nicht einer der berühmtesten Leidartikel vergessen werden, den die Printmedien je hervorgebracht haben und den ich nun nachstehend übernommen habe:

Gibt es einen Weihnachtsmann?

Der folgende Briefwechsel zwischen Virginia O ´Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert – bis zur Einstellung der „Sun“ 1950 – alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt und seit mehren Jahren am Heiligen Abend auch von der Welt abgedruckt.

Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb Sie an die Tageszeitung „Sun“ einen Brief: Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der „Sun“ steht, ist immer war. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, das er selber antwortete – auf der Titelseite der „Sun“:

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit Ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiß wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.

Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.

Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.

„Ist das denn auch wahr?“ kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.

Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnacht, Virginia“.

Dein Francis Church.

Frohes Fest!



Rückblick 29.12.2012

Tagebuch 2012 Posted on Fr, März 19, 2021 23:37:43

2012 biegt auf die Zielgerade und wie jedes Jahr ist es mal wieder an der Zeit, sich Vorsätze für das neue Jahr zu machen – an die man sich dann sowieso nicht hält – und einwenig auf die vergangen zwöf Monate zurückzublicken.

Rückblickend muss ich sagen, dass es ein unruhiges Jahr gewesen ist, beruflich wie auch im Privatleben. In der Hoffnung, dass 2013 besser wird – mein Horoskop verspricht das und damit wahrscheinlich zehn Millionen anderen auch – schaue ich erst einmal nur nach vorne. Mein unendlicher Streit mit meinem ehemaligen Vermieter wird also auch 2013 weitergehen und in diesem Fall wünsche ich keinem Menschen was schlechtes, doch ihm wünsche ich, weil er alle mehrfach an der Nase herumgeführt hat, dass er es in Zukunft nur noch mit Mietnormaden zu tun bekommt. Wenn er sich gerne vor Gericht herumtreibt, dann kann er dies mit denen machen. Ich habe für solche Sch…e keine Zeit.

Beruflich wünsche ich mir, dass es auch mal wieder ruhiger wird und nicht stetig neue Unruhe aufkommt, die teilweise von außen hereingetragen wird. Unruhe und Unzufriedenheit sind schlechte Ratgeber und da bringt es auch nichts, wenn man auf der Kirmes oder der Weihnachtsfeier eine große Familie sein möchte, in der alles toll ist und jeder zufrieden, kurz darauf man aber wieder mit Unlust zur Arbeit kommt und einen der täglichen Trott ankotzt. Da sind wir alle gefordert es besser zu machen. Mein Vorschlag war mal eine Supervision, um alle Probleme auf den Tisch zu bringen, die Geschäftsleitung hält eher was von Teambuilding. Ich denke mit meiner Idee fahren wir besser, aber letztendlich muss es die GF entscheiden, denn wer die Musik bezahlt, darf auch bestimmen, was gespielt wird.

Für mich persönlich wünsche ich mir mehr Freizeit. Aber das ist ein frommer Wunsch, der noch nicht einmal zwischen den Jahren in Erfüllung ging. Geplant war eine Art Notbesetzung von 8 – 15 Uhr, darauf haben wir bereits Monate vorher hingewiesen, aber man kann es in drei mal drei Meter großen Plakaten anschlagen, die Leute kapieren es trotzdem nicht. Hier gilt: Nur wer lesen kann, ich klar im Vorteil.

Am Donnerstag, als ich um halb acht in die Firma kam, standen bereits zehn Fahrer von Fremdfirmen im Vorraum und warteten darauf, von mir verwogen zu werden. Mein Einwand, wir beginnen doch erst um acht wurde mit „Das haben wir nicht gewusst“ entkräftet. Auch das Ende von 15:00 Uhr konnte nicht gehalten werden, es war kurz vor vier, als ich ging. Um allen gerecht zu werden erschien ich dann am Freitag um halb sieben und wurde wieder von zwei Fahrern von unserem Partner erwartet. Hätte ich mich bereit erklärt, bereits um sechs Uhr auf der Matte zu stehen, wären die bereits um halb sechs vor Ort gewesen und hätten auf mich gewartet. Feierabend war dann um 17:00, zwei Stunden nach der eigentlich geplanten Zeit. Also fast ein normaler Arbeitstag. Tja und dann heute noch außerplanmäßig der Samstag bis um 13:00 Uhr. Nun ist erst einmal bis Mittwoch Schicht im Schacht. Die paar Tage brauche ich auch, denn in den letzten beiden Tagen schienen die Leute alle abzudrehen. Dabei hatten wir eigentlich damit gerechnet, dass es zwei ruhige Tage werden. Aber weit gefehlt … Vollmond und Streß sorgen dafür, dass wirklich alle durchdrehen. Da macht es keinen Spaß zur Arbeit zu gehen und ich habe im Stillen all die Kollegen beneidet, die in dieser Zeit Urlaub hatten.

Das neue Jahr fängt dann auch noch mit dem Audit zu unserem Entsorgungsfachbetrieb streßig an und wenn mein Kollege Mitte Januar wieder seinen Dienst aufnimmt, werde ich mich erst einmal um meine Gesundheit kümmern. Das ist einer der Vorsätze, die ich unbedingt einhalten will, denn die Todesanzeigen der letzten Wochen haben mir doch arg zu denken gegeben. Die Verstorbenen waren allesamt in meinem Alter gewesen …

Das soziale Netzwerke eine feine Sache sind, muss ich keinem mehr erklären. Fast jeder befindet sich bereits in irgendeinem Forum, in irgendwelchen Verbindungen. Plötzlich verfügt man auch noch über eine Menge Freunde in ganz Deutschland und während ich viele davon wirklich kenne, haben so manche ein Problem mit der Zuordnung. Die häufig gestellte Frage der letzten Zeit war: Woher kennen wir uns eigentlich … Dann kommt meine Elefantengedächtnis zum Tragen, in dem so manche Story abgespeichert ist und die ich dann demjenigen zur Gedankenstütze erzählen kann, damit er mich zuordnen kann. Viele können sich daran einfach nicht mehr erinnern, weil es vielleicht nur eine kleine Fußnote in ihrem Leben gewesen ist, über die sie mit der Zeit hinweggegangen sind. Aber ich behalte solche Dinge in meinem Gedächtnis. Da bin ich wie ein Elefant, der kann auch nicht vergessen, wer gut zu ihm gewesen ist und wer nicht.

Also schauen wir zuversichtlich ins neue Jahr, auch wenn einige unangenehme Dinge wie steigende Energiekosten, Bundestagswahl und endlos Diskussionen über den Euro wie eine bedrohliche Unwetterfront auf uns zu kommen. Aber das schaffen wir auch, denn wir haben ja den Weltuntergang am 21. Dezember überlebt. In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Start ins neue Jahr und werden oder bleiben sie gesund.



Rückblick 06.01.2013

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:37:00

Alle Menschen sind gleich, manche Menschen sind gleicher. Was George Orwell in seiner Farm der Tiere niederschrieb, kann man auch auf die Ereignisse der letzten Tage anwenden. Es gibt Leute, die gönnen den Kollegen nicht mal eine Stunde mehr an Arbeitszeit, sie fühlen sich benachteiligt, weil sie plötzlich von Seiten der Obrigkeiten ihrer Vorteile beraubt wurden und sich nun den ganzen Tag in die Schmollecke zurückziehen und über diesen Nachteil klagen, anstatt sich erst einmal damit abzufinden und die Zeit für sich arbeiten lassen. Sie fühlen sich zurückgestuft, obwohl weiterhin ihre Arbeit äußerst geschätzt wird und sehen trotz allem ihren Stern bereits sinken, weil sie nicht mehr das tun und machen dürfen, was im letzten Jahr noch ging. Geduld ist eine Tugend, die ist nicht jedermann gegeben. Ich gebe zu, ich habe auch keine Geduld. Klappt etwas nicht, dann werde ich auch schnell nervös und wenn es ich die Faxen dicke habe, gebe ich sogar auf. Meist brauche ich dann erst einmal eine Auszeit, ehe ich dann noch einmal an die Arbeit herangehe und sie dann schließlich zu Ende bringe. Aber dazu muss der Kopf frei sein. Besagten Kollegen wünsche ich momentan mehr Gelassenheit, die mir in den letzten Tagen allerdings selber arg abging. Allein mit drei Telefonen war man noch nicht einmal in der Lage, ruhig in sein Brot zu beisen. Entweder stand einer auf der Waage, es klingelte eines dieser drei Telefone oder jemand kam in den Container. Dazu kam noch erschwerend hinzu, dass ich keinen Kaffee hatte. Ein Tag ohne Kaffee, das geht ja schon gar nicht. Das ist so, als wenn man einem Süchtigen seinen Stoff verwehrt und alles nur, weil unser Kaffeevollautomat den Geist aufgegeben hat. Aber ich habe liebe Kollegen und die haben mir Kaffee auf Rädern geliefet, sprich man hat an mich gedacht. Das war wirklich nett!

Außerdem war froh darüber, dass am Freitag wenigstens für ein paar Stunden mein Kollege seinen wohlverdienten Urlaub unterbrochen hat und mir einen Vormittag zur Seite stand, während ich mit unserer Geschäftsleitung im Audit zum Entsorgungsfachbetrieb saß.

Das haben wir gemeinsam sauber über die Bühne gebracht, obwohl ich doch anfangs arge Bedenken hatte. Ich habe nämlich in meiner Berufslaufbahn bereits mehrere dieser Audits gehabt und keines ging so gut durch, wie dieses jetzt. Obwohl wir stets gut vorbereitet waren…

Seit ein paar Tagen geistern in meinem Kopf wieder viele Dinge durch den Kopf, die meine Zukunft betreffen. Auf der einen Seite bin ich ein Gewohnheitstier mit eingefahrenen Gleisen, der eigentlich alles so belassen möchte wie es ist, aber dann reizt mich doch wieder eine Veränderung. Tapetenwechsel heißt das Zauberwort, wobei ich weniger an Renovierung denke, sondern eher an eine Luftveränderung. Da gibt es Überlegungen, die in die Richtung Auswanderung geht, mit dem Ziel Österreich. Denn dort werden Kaufleute gesucht, dass Land begeistert mich schon seit Jahren und mein Kumpel ist glücklich dort. Was sich jetzt allerdings nicht zwangsläufig auf mich projektzieren läßt. Auf der anderen Seite würde ich meine Mutter nicht gerne allein hier zurücklassen und sie will nicht mehr weg von Bochum. Also muss ein Kompromiss gefunden werden. Seit dem Freitag könnte eine Luftveränderung aber auch so aussehen, dass ich mir nur eine andere Wohngegend suche, denn hier ist es mit dem Parken eine neverending Story. Freitag war mal wieder alles zugeparkt, von unten beginnend, bis hoch zur Hordeler Heide. Also musste ich in den saueren Apfel beisen und wieder beim Nahversorgungszentrum parken. Heute haben wir dann den halben Nachmittag damit zugebracht und Mietangebote in der Zeitung und im Internet zu sichten und abzuwegen. Aber übers Knie brechen will ich es auch nicht, denn ich bin ja eigentlich gegen Veränderungen. Ach ja, Samstag habe ich wieder auf Anhieb einen Stellplatz gefunden.

Im April geht es wieder einmal zum Florian Silbereisen. Sein Frühlingsfest der Volksmusik gastiert in Oberhausen, hierführ habe ich kurzentschlossen Karten gebucht. Für Helene Fischer in der Arena auf Schalke war allerdings nichts mehr zu machen. Nur noch einzelne Plätze verfügbar.

An meinem Geburtstag steht das Udo Jürgens Musical „Ich war noch niemals in New York“ und im Februar die Verfilmung des Musicals Les Miserables als Kinobesuch auf dem Programm. Also gibt es Ereignise, auf die man sich schon heute freuen kann. Anders als auf den bevorstehenden Samstag, wo ich mal wieder Dienst an der Waage schieben darf. Auch dieser vergangene Samstag gehörte nicht zu den Highlights in meinem Leben. Keller putzen, Weihnachtschmuck abräumen, Wohnung putzen, einkaufen gehen. Ich hätte auch gerne ausgeschlafen, aber wenn die Pflicht ruft, dann kann das Bett noch so gemütlich und kuschlig sein, es heißt trotzdem raus aus den Federn. Die Arbeit macht sich leider nicht von allein …

Da wäre so ein Saugroboter nicht schlecht, aber nach dem ich die Bewertungen von so einem Teil gelesen habe, fand ich, die Investition lohnt sich nicht. Tja, selbst ist der Mann, dass bißchen Staubsaugen kriege ich auch noch hin.

In diesem Zusammenhang wünsche ich eine streßfreie Woche und bedanke mich für 1522 Besucher im Monat Dezember. Das war absoluter Rekord!!! Danke!



Rückblick 13.01.2013

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:36:09

Letzte Woche sprach ich noch von Tapetenwechsel und heuer ist es nun soweit: Allerdings nicht im privaten Bereich, sondern dienstlich. Auch wenn ich insgeheim gehofft hatte, dass der Krug an mir vorübergeht, ich habe doch die berühmte Arschkarte gezogen und muss nun mein Bündel schnüren und aus meinen Container ausziehen. Ab sofort stehe ich an der Waage. Eine dieser zahlreichen Umstrukturierungen, die ab Montag greifen werden. Von meinem neuen Arbeitsplatz aus soll ich mich besser um den Abfall kümmern, mich mit Behörden herumschlagen und all die Dinge machen, die ich auch schon in meinem Container gemacht habe. Nur halt neben der Waagetätigkeit. Was früher mit weniger Personal ging, muss nun erst recht funktionieren. Ich lass mich einfach überraschen, was mich nun erwartet und gehe erst einmal ruhig, sachlich und abwartend an diese neue Herausforderung heran. Was die Zukunft bringt, dass weiß keiner. Aber die Träume der letzten Wochen und mein Horoskop sehen Veränderungen voraus und diese beginnen ja nun einmal mit dem Tapetenwechsel. Letztlich kann keiner genau voraussehen, was in zwei, drei oder vier Monaten ist. Vielleicht werden wir dann wieder umstrukturiert, einer Entwicklung, die ich allerdings sehr positiv entgegensehen würde, denn ich wäre schon gerne in meinem Container geblieben. Diese Aussage laß ich nun einmal im Raum stehen, ohne sie weiter zu kommentieren, denn jeder weiß, nichts ist älter als die Zeitung vom Vortag und wie sagte schon Adenauer: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ So werde ich es auch in Zukunft halten.

Seit ein paar Tagen habe ich nun auch meine Mutter mit dem Auswandergedanken angesteckt. Aber bevor man diesen Schritt wagt, müsse sie doch erst einmal dort Urlaub machen, um zu sehen, ob man mit der Mentalität der Menschen zurecht kommt. Eine Bekannte hat meiner Mutter erzählt, in Österreich wäre das Betriebsklima in den Firmen besser und mein Kumpel aus Purkersdorf hat dies bestätigt. Diese Bekannte hat unbewusst bei meiner Mutter einen Überlegungsprozess in Gang gebracht, von dem ich vor Tagen noch nicht einmal zu träumen wagte. Allerdings so richtig ist sie noch nicht überzeugt. Wie gesagt, sie will erst einmal eine Schnupperzeit, einen Monat in der Gegend leben, in die es mich zieht. Aber das sind alles noch Überlegungen, die vor allem durch meine Unzufriedenheit in meinem Beruf besonders nach vorne getrieben wurde. Aber ich weiß auch, dass Unzufriedenheit ein schlechter Ratgeber ist und ich bin derzeit auch nicht bereit, mich von meinem Bauchgefühl steuern zu lassen. Die nächste Wochen und Monate sind entscheidend und das Pendel kann nach jeder Seite ausschlagen. Es hängt einfach von dem Wohlfühlfaktor ab. Spielt sich alles nach dem Tapetenwechsel ein, läuft alles normal und rund, dann sehe ich keine Veranlassung für irgendwelche Aktionen, merke ich aber, es ist nicht mehr mein Ding, gehe ich mit Unlust und ungern in den Betrieb, dann wird es höchste Zeit, sich umzuorientieren. Solche Phasen wie im letzten Jahr möchte ich nicht noch einmal erleben. Wenn der Job zur Qual wird, nützt es auch nicht, sich stetig motivieren zu wollen und sich mit Durchhalteparolen von Woche zu Woche zu schleppen. Das ist kein Leben und dazu bin ich auch nicht mehr bereit. Aber warum sich jetzt schon über ungelegte Eier einen Kopf machen. Starte ich also positiv eingestellt in dieses neue Abenteuer. In diesem Sinne eine schöne eisige Woche …



Rückblick 16.01.2013

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:35:10

Wir haben Winter, dass sollte nun auch dem letzten klar geworden sein. Wer hat nicht in den letzten Tagen Schnee geschoben, im Stau gestanden oder einfach nur aus dem Fenster geschaut, um die weißen Flocken im Schein der Straßenlaterne tanzen zu sehen. Es ist Winter und dazu paßt dann auch die folgende Geschichte.


Sie ist alt, aber trotzdem immer wieder toll ….

Der Schnee oder 30 Tage bis zum Wahnsinn

8.Dezember, 18:00
Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen. Haben zugesehen wie riesige, weiße Flocken vom Himmel schweben. Es sah aus wie im Märchen. Sooooooo romantisch, wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe den Schnee!

9. Dezember
Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick!
Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zuziehen war die beste Idee, die ich jeh hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Am Nachmittag kam der Typ vom Winterdienst mit dem Schneepflug und hat die Einfahrt und den Bürgersteig wieder zugeschoben.
Also bin ich wieder schaufeln gegangen. Trotzdem. Was für ein tolles Leben!

12. Dezember
Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine
Enttäuschung!
Mein Nachbar sagt mir, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden
definitiv weiße Weihnachten bekommen. Kein Schnee zu Weihnachten wäre wirklich schrecklich für mich!
Bob, mein anderer Nachbar, sagt, dass wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, dass ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, dass das möglich ist, aber naja. Der Nachbar hat sich eine Planierraupe gekauft. Ich glaub der dreht gerade vollends durch! Bob dagegen ist sehr nett. Ich bin froh das er so ein freundlicher Nachbar ist.

14. Dezember
Schnee!!! …wundervoller Schnee! 30 Zentimeter allein letzte Nacht. Die
Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte läßt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben! Der Scheiß Schneepflug kam heute Nachmittag zurück und hat schon wieder alles zugeschoben!
Mir war nicht klar, dass ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wenigstens wieder in Form. Wünschte ich hätte nicht so Pusten und Schnaufen müssen.

15. Dezember
60 cm Vorhersage! Habe meinen Kombi verscheuert und mir einen Jeep gekauft.
Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und noch zwei extra Schaufeln.
Habe den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der
Strom ausfällt.
Das ist echt lächerlich – schließlich sind wir ja nicht in Alaska! Außerdem ist die ganze Kohle für den Jeep draufgegangen.

16. Dezember
Eissturm heute Morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, beim Versuch Salz zu streuen. Tut höllisch weh. Meine Frau hat eine ganze Stunde lang nur gelacht. Das find ich nicht witzig!

17. Dezember
Immer noch weit unter Null! Die Straßen sind zu vereist, um irgendwo
hinzukommen. Der Jeep ist Scheiße und bei dem Wetter absolut nicht zu
gebrauchen! Hätte eigentlich auch meinen Kombi behalten können. Da wär dasselbe rausgekommen. Der Strom war auch 5 Stunden weg. Mussten uns in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren.
Glaube wir hätten doch besser diesen bescheuerten Holzofen kaufen sollen, würde das aber niemals zugeben. Ich hasse es, wenn sie Recht hat. Ich hasse es, in meinem eigenen Wohnzimmer zu erfrieren! Das Schlimmste aber: Kein Fernseher!
Nichts zu tun als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Sie wollte mit mir ins Bett! Ich will aber nicht! Ich will mein Kombi wieder haben.

20. Dezember
Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht!
Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der beschissene Schneepflug kam zweimal vorbei, der elende Drecksack! Habe versucht eines der Nachbarskinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagten, sie hätten keine Zeit und müßten Hockey spielen.
Ich glaube, dass die lügen! Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten aber keine mehr. Kriegen erst im März wieder welche. Ich glaube, dass die lügen!
Bob sagt, dass ich schaufeln muss oder die Stadt macht es und schickt mir dann die Rechnung. Ich glaube, dass der lügt!
Wollte von dem anderen Nachbarn die Planierraupe haben. Der gibt mir die aber nicht. Ich glaube, dass ist ein Arsch!

22. Dezember
Bob hatte Recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weißen Zeug gefallen ist und es ist so kalt, dass es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Schaufeln und dann mußt ich pinkeln.
Als ich mich schließlich ausgezogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht für den Rest des Winters Bob anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, dass er zu viel zu tun hat. Ich glaube der ******* lügt!
Und der andere Nachbar mit seiner Planierraupe ist sowieso ein Arsch und seine Kinder auch.

23. Dezember
Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau wollte, dass ich heute das Haus dekoriere. Ist die bekloppt??? Ich habe keine Zeit – ich muss SCHAUFELN!!!
Warum hat sie mir es nicht schon vor einem Monat gesagt? Sie sagt, sie hat,
aber ich glaube, dass die lügt!

24. Dezember
0 Zentimeter!
Der Schnee ist von dem beschissenen Schneepflug so fest zusammengeschoben, dass ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Arsch erwische, der den Schneepflug fährt, ziehe ich ihn an seinen Eiern durch den Schnee!!! Ich weiß ganz genau, dass der sich hinter der Ecke versteckt und wartet bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Und dann kommt der mit 150 km/h die Straße runtergerauscht und wirft tonnenweise Schnee auf meine Einfahrt, die Sau!
Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Geschenke auspacken und Weihnachtslieder singen, aber ich habe keine Zeit. Musste nach dem Drecksack mit dem Schneepflug Ausschau halten.

25. Dezember
Frohe Weihnachten!!!
60 Zentimeter mehr davon! Schei*?#°|¢“ç%&/!!! – EINGESCHNEIT!
Der Gedanke an Schneeschaufeln bringt mich fast zum Überbeissen! Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflugfahrer vorbei, dieser Sack. und hat nach einer Kippe gefragt, Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau sagt, dass ich schlechte Manieren habe. Ich glaube nun echt die ist dumm und hat ein Verhältnis mit dem Typen! Wenn ich mir noch einmal „Wolfgang Petry“ anhören muss, werde ich sie umbringen! Das ist Fakt!

26. Dezember
Immer noch eingeschneit! Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen??? Es war alles IHRE Idee! Sie geht mir echt auf die Nüsse!

27.Dezember
Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind geplatzt.
Der Kühlschrank ist auch leer! Meine Tante hat eine Karte aus Hawaii geschickt. Blablabla…….., weißer Strand, viel Sonne und 32 Grad im Schatten. Blöde Kuh!

28. Dezember
Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit.
MEINE ALTE MACHT MICH NOCH WAHNSINNIG!

29. Dezember
Noch mal 30 Zentimeter. Bob sagt, dass ich das Dach freischaufeln muss, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste was ich jeh gehört habe. Für wie doof hält der mich eigentlich? Ich werd wohl auf das glatte Dach steigen. Na klar!
Wollte meine Alte hochschicken aber die rebelliert!

30. Dezember
Das Scheiß Dach ist eingestürzt! Den Statiker, der das entworfen hat, werd ich verklagen, so dass selbst seine Kinder noch Anwälte brauchen! Der
Schneepflugfahrer hat mich auf 50.000 EURO Schmerzensgeld verklagt. Scheiß egal! Das hol ich mir von dem Statiker wieder. Meine Frau ist zu ihrer Mutter gefahren. Besser so!
25 Zentimeter vorhergesagt!

31. Dezember
Hab den Rest dieses verschissenen Hauses angezündet. Im Umkreis von fünf Metern ist nun nicht eine Schneeflocke mehr. Nie mehr Schaufeln! *hehehe*

14. Januar
Mir geht es gut! Ich mag aber die Pillen nicht die sie mir hier dauernd geben. Der Doktor hat einen echt komischen Blick, Besuch bekomme ich auch nie und warum bin ich eigentlich dauernd an das Bett gefesselt…….???

Übrigens: Schnee ist schon was feines, doch es gibt
ein paar Chaoten, die meinen Schneebälle auf fahrende Autos und Busse werfen zu müssen. Der pubertierende Nachbarsjunge gehört auch zu dieser Sorte von Lausbuben. Das sie damit andere Verkehrsteilnehmer gefährden, haben sie wahrscheinlich nicht bedacht. Bis es einmal kracht und sie bis an ihr Lebensende bezahlen müssen.

In diesem Sinne eine schöne winterliche Woche noch.



Rückblick 20.01.2013

Uncategorised Posted on Fr, März 19, 2021 23:30:06

… wer über mein Leben urteilen will, der muss erst einen Tag in meinen Schuhen gelaufen sein. Diese Aussage stammt nicht von mir, ich habe sie einfach nur geklaut. Sie gehört zu einem lang zurückliegenden Gespräch, dass mir erst vor ein paar Tagen wieder in den Sinn kam und das ich eigentlich schon lange verdrängt – nicht vergessen! – habe. Ich habe es noch damals in Bottrop mit meinem damaligen Nachbarn geführt, den alle nach dem Tod seiner Frau für verwirrt hielten, weil er sich gehen ließ, einfach nur noch für seinen Hund Tobby und seine Tauben dagewesen ist. Sie waren seine Welt. Mit ihm konnte man stundenlang am Gartenzaun stehen und über die Dinge reden, die nicht nur alltäglich waren. Er hatte seine eigene, gesunde Meinung und dieser Spruch fiel im Zusammenhang mit seinem veränderten Leben und meinen Hinweis, dass die Leute doch die Köpfe zusammensteckten und über ihn tuschelten. Heute, fast fünfzehn Jahre später – er ist noch vor meinem Umzug nach Kirchhellen (1999) verstorben, wo soviele Dinge in meinem Kopf herumgeisterten, kam mir seine Aussage wieder in den Sinn. Irgendwie passt sie derzeit in mein Leben. Auf der einen Seite immer noch nicht angekommen, stetig unruhig und unzufrieden, aber auf der anderen Seite trotzdem zuverlässig und bemüht, suche ich irgendwie mein Gleichgewicht. Bei meinem Arbeitgeber im Westerwald hat es drei Jahre gedauert, bis ich diesen Gleichklang gefunden und mir meinen Platz erarbeitet, jedermann von mir überzeugt und meinen Weg in den damaligen inneren Kreis geschafft hatte. Manche Dinge brauchen ihre Zeit, ich bin nicht mehr derjenige, der sich mit fliegenden Fahnen in ein Projekt stürzt, begeistert, ohne vorher alles abgewogen zu haben. Ich muss davon überzeugt sein und das dauert. Kleine Erfolgserlebnisse sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Wie zum Beispiel ein Kunde, der sich für die umfassende Beratung und Betreuung bedankt hat. Dabei ist er nur gekommen, um eine Altlast, die er auf dem Anhänger mitführte, zu entsorgen. Es ist ein kleiner Schritt, aber vielleicht in die richtige Richtung. Ich brauche genauso die Erfolgserlebnisse, wie die Schalker, die sich mit einem begeisternden 5:4 über Hannover wieder neues Selbstbewusstsein geholt haben. Dies ist mein Ziel: Ich weiß was ich kann, ich weiß was ich will und ich weiß, wie ich es erreichen werde!

Vor ein paar Tagen sprach mich jemand auf meinen Roman an und wollte wissen, wenn er fertig ist. Ich überlegte kurz. Eigentlich wollte ich ja schon lange fertig sein, aber irgendwie bin ich derzeit abends zu müde, um noch was auf die Reihe zu bekommen. Deswegen meine Antwort: Wenn meine Geschichte zuende erzählt ist und das ist sie noch lange nicht – hoffentlich!

Es gibt News in Sachen Kautionsstreit: Der Richter hat gewechselt, es gibt einen neuen Termin im März und wir haben bereits ein vollstreckbares Versäumnisurteil erzielt. Na ja, vielleicht kriegen wir endlich einmal eine Lösung hin. Keiner kann verstehen, warum die Geschichte noch weiter aufgeblasen wird. Die Sache schien auch für den Richter eindeutig, denn sonst hätte er nicht zu meinem Gunsten entschieden. Ob die Verhandlung im März überhaupt stattfindet, sei mal stark angezweifelt. Vielleicht muss die Gegenseite ja wieder ins Krankenhaus.

Seit ein paar Tagen habe ich wieder diese tierischen Knieschmerzen, die mich bereits Ostern 2011 aus dem Verkehr zogen. Nun habe ich mir eine teuere Bandage bestellt und erhoffe mir davon erst einmal Linderung. In diesem Sinne wünsche ich allen Kranken baldige Genesung und den anderen eine tolle Winterwoche.



Rückblick 27.01.2013

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:29:29

Mensch, bin ich gestern Abend abgestürzt. Schuld daran war der leckere Wein, den mir eine liebe Arbeitskollegin mitgebracht hatte und eine große Mitschuld daran trug auch noch der plötzlich einsetzende Schneefall, der mich daran hindert, nach Hause zufahren. Ich trinke eigentlich gar nicht, außer auf der Weihnachtsfeier, dem Kirmesumzug und zu Silvester. Aber so außer der Reihe nur mal ein Gläschen Wodka zum einschlafen, obwohl ich das in der letzte Woche auch nicht gebraucht habe. Aber dazu später mehr. Aber ansonsten wird Bier bei mir schal, Schnaps brauch ich nur, wenn ich mit den Hintern nur schwerlich in die Federn komme oder mal als Magenbitter, nach extrem fetten Essen (das gehört inzwischen auch der Vergangenheit an). Aber ansonsten – nein Danke.

Jedenfalls bin ich dann bei meinem samstäglichen Besuch bei meiner Mutter hängengeblieben, mit dem Ergebnis, dass bei mir daheim mein Radiowecker pünktlich um 5:15 Uhr gestartet ist und 59 Minuten bis zu seinem automatischen Abschalten mit Musik und Nachrichten meine unmittelbare Nachbarschaft unterhalten hat. Gut, so laut ist der Kasten nicht und ich schaffe es auch hin und wieder, ihn einfach nicht zu hören, aber wenn alles still ist und das Gerät so eine Stunde vor sich hin dudelt – ist schon ärgerlich.

Genauso ärgerlich, wie die Gehwegplatten, die durch den Frost nach oben gedrückt worden sind. Erst war es zu Weihnachten frühlingshaft mit Regen, dann kam der Schnee und der strenge Frost und nun sind sie da, die ersten tiefen Schlaglöcher auf der Straße, die Stolperfallen auf dem Gehweg. Bei uns vor dem Haus ist sogar der Gehweg gesperrt, aus Angst davor, dass dort jemand stürzen und sich dabei verletzen kann.

Verletzen – Freitag war der Tag der Elfjährigen in den lokalen Medien der WDR Lokalzeit. Da war der elfjährige Schüler, der auf dem Weg zum Schulbus die Straßenbahn 302 an der Wittener Straße hier in Bochum übersehen hat und plötzlich darunter lag. Schwerverletzt kam er ins Krankenhaus, aber bei allem Unglück besteht zum Glück keine Lebensgefahr. Er wird hoffentlich wieder auf die Beine kommen und daraus gelernt haben, nicht ohne auf den Verkehr zu achten, über die Straße zu laufen.

Laufen musste auch die elfjährige Schülerin in Bottrop, die ihr Schokoticket vergessen hatte und dieses beim kontrollierten Einstieg dem Fahrer der Vestischen wahrheitsgemäß angab. Der Fahrer zeigte sich wenig cooperativ und sagte nur, dass sie nun laufen müsse. Eine Stunde durch die Kälte und durch den Schnee. Dabei gibt es eine Dienstanweisung, dass für Kinder unter 14 Jahren eine Beförderungspflicht besteht. Aber der Gesetzgeber meint auch streng, wer ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wird, der erschleicht sich Beförderungsleistungen. Aber ein Kind wegen fehlenden Fahrausweis stehenlassen, da drücken die Verkehrsgesellschaften ein Auge zu und nehmen trotzdem mit, bis auf den Fahrer halt. Für den stand das Gesetz vor der Dienstanweisung…

Im Namen des Volkes wurde auch ein Fußballtrainer in Bochum verurteilt – der sich mehrfach an einem elfjährigen vergangen hat. Trotz seiner Beteuerung, er habe nichts mit den Vorwürfen zu tun, wurde dem Opfer Glauben geschenkt. Allein die Tatsache, dass er noch einmal aussagen musste, über seine Scham und die Tat zu sprechen war in seinen Augen ein erneuter sexueller Missbrauch. Drei Jahre hat nun der Jugendtrainer Zeit, über seine Tat nachzudenken. In meinen Augen zuwenig …

Ich habe mir dann drei neue DVD geleistet. Disney Weihnachtsgeschichte, Paranormen und Carolina. Abends, gemütich auf die Couch geflegelt – am ersten Abend den Anfang von Disneys Weihnachtsgeschichte gesehen und beim Abspann wieder aufgewacht. Von Paranormen fehlten mir am zweiten Abend zehn Minuten und von Carolina am dritten Abend fünfzig Minuten. Das lag nicht an den Filmen, nein ich war einfach nur fix und alle von dem zurückliegenden Tag. Nun werde ich mir die drei Werke noch einmal anschauen, um den Rest mitzubekommen.

Nun bin ich zwei Wochen an meiner Waage und kann voller Stolz sagen, ich habe in der Zeit 5 Kilo abgenommen. Aber was sind schon fünf Kilo? Das ist ungefähr damit zu vergleichen, als wenn an einem Berg ein kleiner Felsen abfallen würde. Keiner bemerkt es, nur halt derjenige, der beim Felssturz zufällig darunter stand.

Dieser neue Bereich, diese neue Herausforderung ist wie eine Bühne. Man kann all seine Fähigkeiten in die Waagschale werfen. Kompetenz, Respekt, Freundlichkeit, Autorität und das Kumpelhafte. So wie einst bei Karstadt, wo es Kunden gab, die sich nur von mir – wo ist denn der nette, dickliche Verkäufer? – beraten ließ. Sicherlich der eine oder andere Kunde wünscht sich inzwischen meinen Kollegen zurück, denn bei ihm durfte der eine oder andere in seinem LKW sitzen bleiben. Bei mir muss sich jeder anmelden, bis halt auf Stammkunden, die eh immer nur dat gleiche bringen.

Die Sache mit dem Respekt muß mancher noch verinnerlichen. Auch wenn man plötzlich einen Posten bekleidet, in dem man mit einem Mal etwas zu melden hat, darf man dies nicht von oben herab tun. Der Ton macht die Musik und wenn man vielleicht mal einwenig an sich arbeiten würde, dann könnte man vielleicht auch einmal von den anderen respektiert werden. Aber so stellt man sich schnell ins Abseits …

In diesem Sinne, eine frühlingshafte Woche.



Rückblick 03.02.2013

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:28:32

Es ist derzeit nicht leicht, ein Königsblauer zu sein. Nicht erst seit der peinlichen Niederlage gegen die aufopfernd kämpfende Fürther, sondern schon seit ein paar Wochen sorgen die Leistungen der Jungs auf dem Platz nicht gerade für Begeisterung. Man muss sich nun wieder viel Spott und Häme der Kollegen anhören, dabei preschen gerade diejenigen vor, deren Verein sich in den Niederrungen der 2. Bundesliga tummelt. Aus diesem Grund habe ich erst einmal so einen Typen aus meiner Freundschaftsliste entfernt, denn ich habe kein Bock mehr auf seine dummen Kommentare und seine Schadenfreude.

Die Schuld für die Leistungen der Königsblauen am Trainer, am Manager oder am Vorstand festzumachen ist einfach. Vielleicht sollte sich jeder Spieler mal überlegen, ob seine Einstellung noch mit den Vorstellungen des FC Schalke 04 konform sind. Der eine oder andere läuft doch auch nur noch auf, weil es keine Alternativen mehr für ihn gibt. Aber was soll ich mich darüber aufregen, ich kann es eh nicht ändern. Nächste Woche geht es dann zu den Bazzis. Gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir holen uns eine saftige Abreibung ab oder wir lernen endlich uns freizuschwimmen.

Ein goldener Keks und ein Krümelmonster gehen momentan den Leuten ziemlich auf den Keks. Da verschwindet das Wahrzeichen eines Backwarenherstellers und plötzlich taucht ein Bekennerschreiben auf, in dem ein als „Krümelmonster“ verkleideter Typ Kekse mit Vollmilchschokolade und 1000 € für ein Tierheim als Lösegeld für das Wahrzeichen der Fa. Bahlsen verlangt. Der moderne Robin Hood ist bescheiden und aus diesem Grund vermuten viele hinter dem Diebstahl einen genialen Werbegag, denn soviel Aufmerksamkeit wie jetzt, hat der Backwarenhersteller schon lange nicht mehr bekommen. Kostenlose Publicity, dass schmeckt dem Keksbäcker sicherlich und da kann man schon mal großzügig 52000 Verpackungen für 52 soziale Einrichtungen ausloben, wenn der Dieb den goldenen Keks zurückgibt. Das Krümelmonster als Terrorist? Die Amis lachen sich bereits schlapp über diesen genialen Raubzug und aus der Sesamstrasse hört man mittlerweile Dementi, denn wie inzwischen jedes Kind weiß, hat das Krümelmonster den ungesunden Keksen abgeschworen und steht nun voll auf Grünzeug. Egal wie es nun ausgeht, diese Geschichte hat den Stoff für eine Verfilmung. Vielleicht sitzen bereits irgendwo schlaue Köpfe zusammen und schreiben an einem Drehbuch.

6 Kilo abgenommen ist derzeit meine Bilanz nach der dritten Woche an der Waage. Es ein schöner Nebeneffekt, allerdings geht mir der Stress vorne ganz schön ab. Es ist nicht die Waage selber, sondern die vielen Kleinigkeiten, die auf meinem Schreibtisch landen. Manche Kollegen sind da echt groß drin, schicken einfach die Anfragen, die bei ihnen auf dem Tisch verstauben, kurzerhand rüber. Der Blöde wird sich ja darum kümmern, aber Informationen gebe ich keine weiter, denn er darf ja nicht all zu viel wissen. Viel Wissen ist nämlich gefährlich. Da nehme ich es doch lieber in Kauf, dass der Typ an der Waage ahnungslos vor dem Kunden steht, wie die Kuh wenn es donnert und sich von dem anmachen lässt. Wäre ja alles abgestimmt. Aber mit wem? Wenn keiner darüber Bescheid weiß …

Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich mir das noch alles antue. Genauso, warum ich mich von Kollegen anmachen lassen muss, die vorher darüber geklagt haben, sie hätten zu viel Langeweile und nun vor Stress nicht mehr ein und aus wissen. Denn dort wo sie auftauchen, scheint das Chaos zu sein. Dabei wissen sie doch sonst alles besser, können alles und nehme keinen Ratschläge mehr an. Außerdem kenn ich den Grund, warum ich das alles konsequent durchziehe: Ich bin Optimist und freue mich jetzt schon auf meinen Urlaub.

Nächste Woche ist in Bottrop Karnevalskirmes und Rosenmontagsumzug. Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, wird das sicherlich eine tolle Sache. Wer also Interesse hat: Die Karnevalskirmes beginnt an Weiberfastnacht und geht bis Rosenmontag. Der närrische Lindwurm startet am Rosenmontag um 10:30 an der Essener Straße/Prosperstraße und zieht zum Rathaus.

In diesem Sinne ein gute Woche …



Rückblick 24.02.2013

Tagebuch Posted on Fr, März 19, 2021 23:27:50

Es ist nun wieder einmal an der Zeit ein Update abzuliefern. Ich bin bereits von vielen Leuten angesprochen bzw. angemailt worden, warum ich solange nichts Neues geschrieben habe. Das hatte vielfältige Gründe. Zu einem habe ich mich in der letzten Zeit ausschließlich um meinen unfertigen Roman gekümmert und in den letzten Tagen und Wochen Seite um Seite geschrieben und muss ehrlich gestehen, ich bin sehr gut vorangekommen. Ich habe in den letzten Monaten mein Manuskript sträflich vernachlässigt und nun konnte ich all das nachholen und niederschreiben, was mir schon seit langer Zeit im Kopf herumgeisterte. Ich habe schwierige Klippen umschifft, Handlungsstränge miteinander verwoben und dabei sogar Lösungen für Probleme gefunden, bei denen ich glaube, da komm ich nie mehr weiter. Manchmal kommt man an einen Punkt, da hat man einfach nur noch ein Brett vor dem Kopf, eine Schreibblockade und es geht nicht weiter. Nun habe ich Lücken geschlossen und Grundlagen für den weiteren Verlauf geschaffen. Das Ende ist fertig, nur bis dahin ist noch ein weiter Weg, es ist wie eine Autobahn, das Teilstück um Teilstück wächst und irgendwann einmal durchgehend befahrbar ist. Wichtig war mir, dass Kapitel 1 – 6 endlich abgeschlossen sind und ich nun auf 378 fertige Seiten schauen kann. Bis dahin also schon einmal freie Fahrt, um den Vergleich mit der Autobahn weiterzuführen.

Ich hatte zum Schreiben allerdings auch viel Zeit. Mein Körper hat mein Leben entschleunigt. Im letzten Jahr schickte er mir einen Blasenstein, in diesem Jahr spielte das linke Knie nicht mehr mit. Es ging soweit, dass ich es nicht mal mehr knicken konnte. Das ist ein Problem, wenn man sich die Hose anziehen möchte, oder auf der Toilette sitzt.

Ich habe eine Entzündung der Patellasehnenspitze mit einem Bluterguss im Knie. Fachbegriff: Jumperknie! Wie ich an so ein Jumperknie komme? Na ja, die Vorbereitung für die Olympischen Spiele sind im vollen Gange und… Nee, Überbelastung, aber nicht durch Training, sondern durch das tägliche Stehen an der Waage und durch mein Gewicht, was mein Knie nicht mehr so mitmachen wollte. Nun bin ich in Behandlung, bekomme drei bis fünfmal pro Woche Akupunktur und hoffe, dass sich dann der Schmerz auflöst. Beim Röntgen dann die nächste niederschmetternde Diagnose: Arthrose im linken Knie. Rechts ist in Ordnung, links entwickelt sich nicht nur in der Politik, sondern auch bei mir zu einem Sorgenkind. Jedenfalls war für mich damit bereits an Weiberfastnacht Aschermittwoch. Knie hochlegen, die Rosenmontagsumzüge im Fernsehen anschauen, an Kirmes war gar nicht erst zu denken. Noch eine Woche bekomme ich Akupunktur und dann gehe ich wieder arbeiten.

Nun fahre ich also regelmäßig mit dem Bus in die Stadt. Morgens, mit den Schulkindern.

Ich kann mich daran erinnern, dass wir damals zu meiner Schulzeit den Weg zur Schule im Bus genutzt haben, um Hausaufgaben zu machen oder mit unseren Freunden zu quatschen. Heute sitzen die Kids stupide nebeneinander und das einzige was man hört, ist der Rhythmus der unterschiedlichen Musikrichtungen, die aus den kleinen und großen Kopfhörern der Kids dringt. Sie sitzen nebeneinander, blicken auf ihre i-Phone teilen sich via Facebook mit, dass sie nun auf dem Weg zur Schule sind und chatten eventuell mit dem Freund, der eine Reihe hinter ihn sitzt. Schöne neue Welt!

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind für Fahrer von der BoGeStra auch mehr oder weniger nur Empfehlungen. Da brettert der eine dermaßen um die Kurve, dass, wenn man sich nicht krampfhaft an seiner Stange oder Sitz festklammert, man durch den Bus gewirbelt wird. Aber auch die Autofahrer sind nicht besser. Blinken wird in vieler Augen inzwischen überbewertet. Es ist sogar für manchen einen Eingriff in die Persönlichkeit. Was geht es meinen Hintermann an, wohin ich will. Ist doch meine Angelegenheit. Er wird es doch schon sehen, wenn ich abbiege. Das muss ich ihm doch nicht vorher anzeigen.

Und dann sind sie wieder unterwegs: Die Raubritter im Auftrage der Stadt Bochum. Man verlangt von dem Bürger, dass er mobil ist und seine Arbeitsstelle erreicht. Aber auf der anderen Seite wird immer mehr Parkraum abgeschafft, weil man unsinniger Weise Parkverbote in Wohnsiedlung einrichtet, wo eh schon die wenigsten die Möglichkeit bekommen, einen Stellplatz oder eine Garage hinter dem Haus sein eigen zu nennen. Die anderen parken vorne auf der Straße, auf dem Gehweg. Das ist der Stadt Bochum auch bekannt und deswegen schicken sie in unregelmäßigen Abständen ihre Raubritter aus, die im Stile eines Blutsaugers ihre Beute anvisieren und dann zuschlagen. Dieses Mal hat es mich auch erwischt. Aber wo soll ich hin mit meinem Auto? Hinterm Haus geht es nicht, wir haben keine Stellplätze. Garage – bekomme ich nicht und oben beim Nahversorgungszentrum parken, ist auch so eine Sache. Denn wenn es da mal wieder Angebote gibt, wird es ebenfalls schwer einen Parkplatz zu bekommen. Andererseits ist es auch nur noch eine Frage der Zeit, bis der Besitzer des Supermarktes die freien Plätze für sich beansprucht und jeden kostenpflichtig abschleppen lässt, der sich dort verbotener Weise aufhält. Hätte ich derzeit nicht so einen Liquiditätsstau, hätte ich mich schon längst nach einer neuen Wohnung mit Parkmöglichkeiten umgeschaut. In Harpen soll es so etwas geben…

Mein Kumpel aus Österreich hat sich eine Auszeit von der Ehe genommen. Ist auch mal ganz gut, wenn es kriselt und man sich darauf besinnen will, wie es nun weitergehen kann. Fünfzehn Jahre ist er nun verheiratet, Regenwetter hat es immer schon gegeben, aber auch schöne Zeiten. Den Junior haben sie in der einen Ferienwoche bei seinen Cousins geparkt, wo er natürlich riesen Spaß hatte. Aber trotzdem musste er via Facebook seinen virtuellen und realen Freunden mitteilen: Meine Alten haben sich getrennt. Nun weiß es also die gesamte Fangemeinde und noch ein paar Unbeteiligte mehr. Viel schöner fand ich dann doch den heutigen Eintrag: Es ist voll cool, wir bleiben eine Familie.

Manchmal siegt die Vernunft und Einsicht. Man hat sich in der Zeit einiges aufgebaut, ist Verpflichtungen eingegangen und hat sich einen wichtigen Lebensmittelpunkt geschaffen – ihren Sohn. Und der soll wenigstens in einer intakten Familie aufwachsen. Mich hat diese Nachricht erfreut und ich wünsche den Dreien, dass sie schaffen, auch weiterhin ihre Problem zu meistern. Denn unter jedem Dach gibt es nun mal ein Ach und es gibt nicht nur Sonnentag in der Ehe! Und das sagt ein Single, der genau weiß, warum er sich nicht bindet…

Unsere Bundesregierung ziert sich – allen voran der Quotenausländer von der FDP den Armutsbericht zu veröffentlichen. Es gibt keine Armut in diesem Land, so jedenfalls stellt es die Politik da. Auch die Schere geht nicht besonders auseinander zwischen Arm und Reich. Nee, alles Lüge.

Der Armutsbericht der Bundesregierung stammt doch aus dem Reich der Märchen und fängt mit Es war einmal an und endet mit, leben zufrieden bis an ihre Lebensende. Und alles dazwischen, was der Wahrheit entsprechen könnte, wird zensiert und frisiert! Armes Deutschland!!

Aber was sollen wir uns darüber aufregen, solange nicht das Volk auf die Straße geht und sich alles gefallen lässt, dürfen wir uns auch nicht darüber wundern, wenn es in diesem Land weiter bergab geht. Allerdings, anderen Ländern geht es noch schlimmer und deswegen machen sich ab dem 01.01.2014 ganze Dörfer aus Rumänien auf den Weg nach Deutschland, denn hier ist das Land wo Milch und Honig fließt und es eine Sozialhängematte gibt, durch deren Masche selten einer fällt. Aber wenn einer durchfällt, ist es unter Garantie irgendeine arme deutsche Sau, denn eines muss man unseren Mitbürger mit Migrationshintergrund zu gute halten: Die wissen wie sie an ihr Geld kommen.

Wir werden uns über die Zuwanderungsströme, die bereits in der Presse und bei den Rechten Thema sind, bedanken, denn die Kriminalität in unserem Ach so schönen Land wird sprunghaft steigen. Es gibt jetzt schon in einigen Kommunen Probleme, nur sie werden noch größer werden. Aber die Politik verschließt davor die Augen, sie haben genug damit zu tun, ihre Posten und Pöstchen abzusichern.

Im September hat jeder von uns die Möglichkeit, diese Regierung abzustrafen und seine Meinung zu der Politik der letzten vier Jahre auf dem Wahlzettel niederzuschreiben. Aber bis dahin werden wir noch viele Rednerduelle im Fernsehen sehen, jede Menge Wahlwerbespots, die kein Mensch braucht, unsere Städte werden mit Plakaten mit feist grinsenden Politköpfen zugeklebt und Abgeordnete oder solche, die es mal werden wollen, finden endlich den Weg zur Basis und versuchen ihre Stimme mit Kugelschreiber und Luftballon zu erkaufen. Ich liebe den Wahlkampf, denn es wird viel gelabbert, ohne wirklich was zu sagen. Denn ehrlich, die dort oben kommen keinen Abend vor Lachen mehr in den Schlaf, wenn sie an uns bescheuerte Wähler denken. Egal wie wir uns entscheiden, am Ende bleiben wir sowieso die Dummen!

Und dann war da noch die Feststellung, wenn einer beim Einzug nach 21:00 Lärm verbreitet, steht die Nachbarschaft auf der Matte. Aber andersrum sagt ich nischt, wenn im Kinderzimmer um 22:00 noch Fußball gespielt und herumgekreischt wird. Ich bin nicht aufgestanden und habe mich beschwert. Denn ich bin tolerant…

In diesem Sinne wünsche ich eine gute Zeit. Bleiben oder werden sie gesund.



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